Wie unterstützt Mounjaro die Gewichtsabnahme?
Mounjaro kann die Gewichtsabnahme unterstützen, indem der Wirkstoff den Appetit verringert und das Sättigungsgefühl erhöht.
Research-Based Guide
In den vergangenen Jahren haben Medikamente zur Gewichtsreduktion wie Mounjaro viel Aufmerksamkeit erregt.
Mounjaro wirkt, indem der Wirkstoff Tirzepatid unter anderem den Appetit verringert und das Sättigungsgefühl erhöht. Dadurch kann die Energieaufnahme reduziert und die Gewichtsabnahme unterstützt werden. Die Wirkung von Tirzepatid auf das Körpergewicht wurde in verschiedenen klinischen Studien untersucht. Doch wie genau wirkt Mounjaro eigentlich?
Was ist Mounjaro?
Mounjaro, ein Medikament mit dem Wirkstoff Tirzepatid, wird einmal wöchentlich injiziert. Es wurde 2022 von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Basierend auf den Ergebnissen klinischer Studien erweiterte die EMA die Zulassung im November 2023 um die Indikation Gewichtsreduktion und Gewichtskontrolle, was zur Verfügbarkeit für diesen Zweck in Deutschland ab Dezember 2023 führte.
Mounjaro enthält den Wirkstoff Tirzepatid, der an den Rezeptoren der körpereigenen Hormone GLP-1 und GIP wirkt. Diese Hormone werden im Darm gebildet und sind unter anderem an der Regulation des Blutzuckers sowie von Appetit und Sättigung beteiligt.
Für das Gewichtsmanagement ist Mounjaro in der EU für Erwachsene mit einem BMI ab 30 zugelassen. Bei einem BMI ab 27 kann es ebenfalls eingesetzt werden, wenn mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt. Die Anwendung erfolgt in der regel ergänzend zu einer kalorienreduzierten Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität.
Ob eine Behandlung mit Mounjaro infrage kommt, hängt von verschiedenen medizinischen Faktoren ab. Gegenanzeigen, bestehende Erkrankungen, weitere Medikamente sowie eine Schwangerschaft oder geplante Schwangerschaft müssen dabei berücksichtigt werden.
Wie funktioniert Mounjaro bei der Gewichtsabnahme?
Nach einer Mahlzeit werden Kohlenhydrate bei der Verdauung unter anderem zu Glukose abgebaut, die anschließend ins Blut gelangt. Gleichzeitig werden im Darm die sogenannten Inkretinhormone GIP und GLP-1 freigesetzt. Sie sind an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt und beeinflussen unter anderem die Insulinausschüttung, den Blutzuckerspiegel sowie Appetit und Sättigung.
GIP und GLP-1 wirken an entsprechenden Rezeptoren im Körper. Unter anderem fördern sie abhängig vom Blutzuckerspiegel die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. GLP-1 trägt außerdem dazu bei, die Glukagonausschüttung zu regulieren.
Der Wirkstoff Tirzepatid in Mounjaro ahmt die Wirkung von GIP und GLP-1 nach. Sobald das Molekül in den Blutkreislauf gelangt, bindet es GIP- und GLP-1-Rezeptoren und löst dieselben Reaktionen aus wie die körpereigenen Hormone. Du kannst Dir das wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip vorstellen: Wenn die Rezeptoren das Schloss sind und die natürlichen Hormone der Schlüssel, dann wirkt die Anwendung des Medikaments Mounjaro wie ein zusätzlicher, nachgemachter Schlüssel, der die gleichen Schlösser öffnen kann.
Damit unterscheidet sich Tirzepatid von Wirkstoffen wie Liraglutid in Saxenda oder Semaglutid in Wegovy, die als GLP-1-Rezeptoragonisten wirken. Die gleichzeitige Wirkung von Tirzepatid an GIP- und GLP-1-Rezeptoren beeinflusst verschiedene Prozesse, die unter anderem für die Regulation von Blutzucker, Appetit und Nahrungsaufnahme eine Rolle spielen.
Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick darauf, was im Körper passiert, wenn diese beiden “Schlösser”, GLP-1 und GIP, aktiviert werden:
Der Appetit kann abnehmen
GIP- und GLP-1-Rezeptoren finden sich auch in Bereichen des Gehirns, die an der Regulation von Appetit und Nahrungsaufnahme beteiligt sind. Klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Tirzepatid den Appetit und die Energieaufnahme reduzieren und das Sättigungs- und Völlegefühl erhöhen kann.
Die Insulinempfindlichkeit kann sich verbessern
Tirzepatid sorgt nicht nur dafür, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin freisetzt, sondern erhöht auch die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber diesem Hormon. Deshalb funktioniert es in der Regel bei Typ-2-Diabetes, einer Erkrankung, bei der die Zellen nicht wie vorgesehen auf Insulin reagieren. Doch auch Menschen ohne Diabetes können dadurch unterstützt werden.
Wenn der Körper insulinresistent wird, reagiert er mit der Produktion von noch mehr Insulin, was wiederum dazu führen kann, dass der Körper zusätzliche Kalorien als Fett speichert. Daher ist es möglich, dass eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit eine Rolle bei der Gewichtsabnahme spielt.
Appetit und Heißhunger können beeinflusst werden
Tirzepatid bindet an GLP-1-Rezeptoren in Gehirnregionen, die mit Genuss und Belohnung in Verbindung stehen. Untersuchungen zeigen, dass Tirzepatid neben dem allgemeinen Appetit auch Heißhunger und die Vorliebe für fett- und zuckerreiche Lebensmittel beeinflussen kann. In einer klinischen Untersuchung wurden zudem Veränderungen der Reaktion bestimmter Gehirnregionen auf Bilder besonders energiereicher Lebensmittel beobachtet. Wie diese Effekte im Einzelnen zur Gewichtsabnahme beitragen, wird weiterhin untersucht.
Die Magenentleerung verlangsamt sich
Tirzepatid verzögert die Magenentleerung. Dadurch gelangt der Mageninhalt langsamer in den Dünndarm. Dieser Effekt ist Teil der verschiedenen Mechanismen, über die Tirzepatid den Stoffwechsel und die Nahrungsaufnahme beeinflusst. In klinischen Studien führte die Behandlung mit Tirzepatid in Verbindung mit Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas zu einer Gewichtsabnahme. Wie stark diese ausfällt, hängt unter anderem von Dosierung, Behandlungsdauer und individuellen Faktoren ab.
Mounjaro ist für das Gewichtsmanagement als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität zugelassen. Nach dem Absetzen von Tirzepatid kann es erneut zu einer Gewichtszunahme kommen.
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Wie schnell wirkt Mounjaro?
Wann sich die Wirkung von Mounjaro auf Appetit und Körpergewicht bemerkbar macht, kann individuell ganz unterschiedlich sein. Ein fester Zeitpunkt, ab dem mit einer bestimmten Gewichtsabnahme zu rechnen ist, lässt sich daher nicht angeben.
In der klinischen Studie SURMOUNT-1 wurde die Wirkung von Tirzepatid über 72 Wochen bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung ohne Diabetes untersucht. Je nach untersuchter Dosierung zeigte sich im Studienverlauf eine unterschiedliche durchschnittliche Gewichtsabnahme. Die Ergebnisse beziehen sich auf die gesamte Studiendauer und lassen sich nicht auf einen bestimmten Gewichtsverlust innerhalb der ersten Wochen oder Monate übertragen. Wie sich das Körpergewicht im Einzelfall entwickelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein bestimmter Gewichtsverlust oder auch ein konkreter zeitlicher Verlauf können daher nicht vorhergesagt werden.
Kann man allein durch die Anwendung von Mounjaro abnehmen?
Mounjaro ist für das Gewichtsmanagement als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität zugelassen. Ernährung und Bewegung sind daher Bestandteil des Behandlungskonzepts.
Auch eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen spielt während einer Gewichtsabnahme eine wichtige Rolle. In einer 2024 in der Fachzeitschrift Obesity veröffentlichten Expertenempfehlung zur Ernährung bei einer medikamentösen Gewichtsreduktion wird unter anderem auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung sowie eine ausreichende Proteinzufuhr hingewiesen. Wichtig zu wissen, ist, dass der individuelle Energie- und Nährstoffbedarf dabei je nach Alter, Geschlecht, Körpergewicht und körperlicher Aktivität unterschiedlich sein kann.
Nebenwirkungen von Mounjaro
Wie bei anderen Medikamenten können auch bei der Anwendung von Mounjaro potenzielle Nebenwirkungen auftreten. Besonders häufig sind Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Diese sind meist leicht bis mittelschwer ausgeprägt und treten insbesondere zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auf.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:
Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Verstopfung
Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Aufstoßen
Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
Schwindel
Haarausfall
niedriger Blutdruck
Reaktionen an der Injektionsstelle
In seltenen Fällen können auch schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten, darunter:
Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis)
Gallensteine und Entzündung der Gallenblase
schwere allergische Reaktionen
Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kann außerdem das Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) erhöht sein, insbesondere wenn Mounjaro zusammen mit Insulin oder bestimmten anderen blutzuckersenkenden Medikamenten angewendet wird. Starke oder anhaltende Magen-Darm-Beschwerden können zu Flüssigkeitsverlust führen und dadurch die Nierenfunktion beeinträchtigen. Welche Nebenwirkungen auftreten können und wie häufig sie sind, ist ausführlich in der Packungsbeilage und Fachinformation beschrieben.
Wie wird Mounjaro angewendet?
Mounjaro wird einmal wöchentlich unter die Haut injiziert. Der in Deutschland verfügbare vorgefüllte KwikPen enthält vier Dosen. Für die Anwendung und die vorgesehenen Injektionsbereiche sind die Angaben in der Packungsbeilage und Gebrauchsanweisung zu beachten. Die Dosierung wird von der Ärztin / dem Arzt festgelegt und kann im Verlauf der Behandlung angepasst werden. Auch bei einer vergessenen Dosis oder einer versehentlich zu hohen Dosierung sollten immer die entsprechenden Hinweise in der Packungsbeilage beachtet oder auch medizinischer Rat eingeholt werden.
Wird Mounjaro von der Krankenkasse übernommen?
Ob die Kosten für Mounjaro übernommen werden, hängt in Deutschland unter anderem von dem Anwendungsgebiet und der Art der Krankenversicherung ab. Bei der Anwendung zum Gewichtsmanagement ist Mounjaro derzeit (Stand 2026) von der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen. Anders ist die Situation bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes: In diesem zugelassenen Anwendungsgebiet kann Mounjaro grundsätzlich verordnet werden, sodass die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten übernimmt.
Bei einer privaten Krankenversicherung hängt eine mögliche Kostenübernahme vom jeweiligen Versicherungsvertrag und -Tarif ab.
Mounjaro und Gewichtsmanagement
Mounjaro gehört zu den neueren medikamentösen Möglichkeiten des Gewichtsmanagements. Klinische Studien zeigen, dass Tirzepatid in Verbindung mit Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen zu einer Gewichtsabnahme führen kann. Untersucht wurden dabei auch Auswirkungen auf weitere gesundheitliche Werte wie Blutdruck und Blutfettwerte.
FAQ
FAQ: Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Mounjaro
Mounjaro ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Tirzepatid, das einmal wöchentlich injiziert wird. Es wurde 2022 in der EU auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Im November 2023 erweiterte die EMA die Zulassung um die Indikation Gewichtsreduktion und Gewichtskontrolle.
Mounjaro kann die Gewichtsabnahme unterstützen, indem der Wirkstoff Tirzepatid den Appetit verringert und das Sättigungsgefühl erhöht. Tirzepatid wirkt an den Rezeptoren der beiden körpereigenen Hormone GLP-1 und GIP.
Nein. Für das Gewichtsmanagement ist Mounjaro bei Erwachsenen mit einem BMI ab 30 zugelassen. Bei einem BMI ab 27 kann es ebenfalls eingesetzt werden, wenn mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt. Ob Mounjaro im Einzelfall geeignet ist, hängt darüber hinaus von verschiedenen medizinischen Faktoren und auch möglichen Gegenanzeigen ab.
Dies kann individuell unterschiedlich sein. Einige Menschen bemerken bereits kurz nach der ersten Injektion einen leichten Rückgang des Appetits, meist innerhalb weniger Stunden oder Tage. Ein fester Zeitpunkt, ab dem mit einer bestimmten Gewichtsabnahme zu rechnen ist, lässt sich daher nicht angeben.
Mounjaro kann beim Abnehmen unterstützen, ist aber keine Lösung alleine für sich. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind üblicherweise ebenfalls Bestandteil des Gewichtsmanagements.
Mounjaro wird einmal pro Woche mit einem vorgefüllten KwikPen injiziert. Für die Anwendung sind die Hinweise in der Packungsbeilage und Gebrauchsanweisung zu beachten.
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