Voy logo

Mounjaro vs. Wegovy: Was zeigen klinische Studien?

Mounjaro und Wegovy sind verschreibungspflichtige Medikamente zur Gewichtsregulierung, die sich unter anderem hinsichtlich ihrer Wirkstoffe, Wirkmechanismen und Studienergebnisse unterscheiden.

Voy Image

Medically reviewed by

Dr. Sarah Bechstein

clockAktualisiert am 12. August 2025

Forschungsbasierter Ratgeber

Mounjaro oder Wegovy?

Mounjaro und Wegovy wurden in umfangreichen klinischen Studien zur Gewichtsregulierung untersucht. Tirzepatid, der Wirkstoff in Mounjaro, wurde unter anderem im SURMOUNT-Studienprogramm untersucht, während Semaglutid, der Wirkstoff in Wegovy, im STEP-Studienprogramm erforscht wurde. Die Studien liefern Erkenntnisse zur Gewichtsreduktion sowie zur Sicherheit und Verträglichkeit beider Wirkstoffe.

Da sich Studiendesign und untersuchte Personengruppen unterscheiden können, lassen sich die Ergebnisse einzelner Studien nicht ohne Weiteres direkt miteinander vergleichen.

Die Ergebnisse einer medikamentösen Gewichtsbehandlung hängen zudem von verschiedenen Faktoren ab, darunter individuelle gesundheitliche Voraussetzungen sowie Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • Welche Gewichtsreduktionen in klinischen Studien beobachtet wurden

  • Worin sich Mounjaro und Wegovy unterscheiden

  • Welche Rolle Nebenwirkungen, Kosten und Alltagstauglichkeit spielen

Welcher Wirkstoff im individuellen Fall medizinisch geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte ärztlich beurteilt werden.

Die Studiengrundlage: SURMOUNT und STEP

Die Wirksamkeit von Tirzepatid und Semaglutid wurde in umfangreichen klinischen Studienprogrammen untersucht. Zu den zentralen Studien gehören die SURMOUNT-Studien zu Tirzepatid und die STEP-Studien zu Semaglutid. Sie liefern wichtige Daten zur Gewichtsreduktion sowie zu Sicherheit und Verträglichkeit der beiden Wirkstoffe.

Bei der Gegenüberstellung der Ergebnisse ist zu beachten, dass sich einzelne Studien hinsichtlich Studiendesign, untersuchter Personengruppen und Behandlungsdauer unterscheiden können. Ergebnisse aus unterschiedlichen Studien sollten deshalb nicht wie ein direkter Vergleich interpretiert werden.

Mit der SURMOUNT-5-Studie aus dem Jahr 2025 liegen inzwischen auch Ergebnisse einer direkten Vergleichsstudie vor, in der Tirzepatid und Semaglutid hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Körpergewicht untersucht wurden.

Fragen zu Übergewicht und Adipositas?

Ein ärztliches Gespräch klärt, welche Behandlungswege infrage kommen.

Gewichtsverlust: Die Zahlen 

Studiensetting

Klinische Studien haben die Gewichtsreduktion mit Tirzepatid und Semaglutid untersucht. Zu den zentralen Studien zählen SURMOUNT-1 für Tirzepatid und STEP 1 für Semaglutid. Da sich diese Studien unter anderem hinsichtlich ihrer Dauer und der untersuchten Personengruppen unterscheiden, stellen ihre Ergebnisse keinen direkten Vergleich der beiden Wirkstoffe dar.

Hauptergebnis: Durchschnittlicher Gewichtsverlust

Studie

Wirkstoff

Studiendauer

Durchschnittliche Gewichtsveränderung

SURMOUNT-1

Tirzepatid

72 Wochen

bis zu −20,9 %

STEP 1

Semaglutid 2,4 mg

68 Wochen

−14,9 %

Interpretation

In SURMOUNT-1 wurde je nach Tirzepatid-Dosis eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 15,0 % bis 20,9 % nach 72 Wochen beobachtet. In STEP 1 betrug die durchschnittliche Gewichtsveränderung unter Semaglutid 2,4 mg nach 68 Wochen −14,9 %.

Beide Studien zeigen eine klinisch relevante durchschnittliche Gewichtsreduktion unter den jeweils untersuchten Wirkstoffen. Aufgrund der unterschiedlichen Studienbedingungen lassen sich die Ergebnisse jedoch nicht unmittelbar miteinander vergleichen.

Zielerreichung: Klinisch relevante Gewichtsabnahme

Bereits eine Gewichtsabnahme von etwa 5 % des Ausgangsgewichts kann mit gesundheitlichen Verbesserungen verbunden sein, beispielsweise bei Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten. Bei einer Gewichtsreduktion von 10–15 % können weitere Verbesserungen auftreten. Welche gesundheitlichen Auswirkungen sich tatsächlich zeigen, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab.

Praktische Faktoren: Kosten, Verfügbarkeit, Anwendung 

Kosten (Deutschland, Stand Oktober 2026)

Die Kosten einer Behandlung mit Mounjaro oder Wegovy hängen unter anderem von der verordneten Dosierung, der Packungsgröße und dem jeweiligen Apothekenpreis ab. Daher lässt sich kein einheitlicher Monatspreis für beide Medikamente angeben.

In Deutschland werden Mounjaro und Wegovy bei einer Anwendung zur Gewichtsregulierung grundsätzlich nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Bei anderen zugelassenen Anwendungsgebieten, beispielsweise der Behandlung von Typ-2-Diabetes mit Mounjaro, gelten andere Erstattungsregelungen. Private Krankenversicherungen können je nach Tarif unterschiedliche Leistungen vorsehen.

Vor Behandlungsbeginn ist es deshalb sinnvoll, sich über die aktuellen Kosten und mögliche Erstattungsbedingungen zu informieren.

Verfügbarkeit

Bei beiden Medikamenten kam es in der Vergangenheit zeitweise zu Lieferengpässen. Die Verfügbarkeit kann je nach Präparat, Dosierung und Apotheke variieren. Daher empfiehlt es sich, die aktuelle Versorgungssituation bei einer Apotheke oder medizinischen Fachperson zu erfragen.

Anwendung im Alltag

Mounjaro und Wegovy sind unter anderem als Injektionspräparate erhältlich, die einmal wöchentlich unter die Haut verabreicht werden.

  • Mounjaro: Der KwikPen enthält vier wöchentliche Dosen.

  • Wegovy: Der FlexTouch Pen enthält ebenfalls vier wöchentliche Dosen. Die höhere Dosierung von 7,2 mg ist auch als Einzeldosis-Pen zugelassen.

Die Injektion kann in den Bauch, Oberschenkel oder Oberarm erfolgen. Beide Präparate werden grundsätzlich im Kühlschrank bei 2–8 °C gelagert. Für die Aufbewahrung während der Anwendung gelten produktspezifische Vorgaben, die der jeweiligen Packungsbeilage zu entnehmen sind.

Unterschiede bei der Dosierung

Mounjaro und Wegovy unterscheiden sich hinsichtlich ihrer verfügbaren Dosierungen und der vorgesehenen Dosissteigerung.

Mounjaro ist in sechs Dosierungsstärken von 2,5 mg bis 15 mg erhältlich. Für Wegovy stehen verschiedene Dosierungsstufen von 0,25 mg bis 2,4 mg sowie eine höhere Erhaltungsdosis von 7,2 mg zur Verfügung.

Die Dosierung wird üblicherweise schrittweise angepasst. Welche Dosis geeignet ist und ob eine weitere Steigerung erfolgt, hängt unter anderem von der individuellen Verträglichkeit und der ärztlichen Beurteilung ab.

Auch Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten sowie individuelle gesundheitliche Voraussetzungen können den Verlauf einer Gewichtsbehandlung beeinflussen.

Faktoren bei der medizinischen Behandlungsentscheidung

Welches Medikament im individuellen Fall medizinisch geeignet ist, hängt von verschiedenen gesundheitlichen Faktoren ab und sollte ärztlich beurteilt werden.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Alltag

Mounjaro und Wegovy werden einmal wöchentlich per Injektion verabreicht. Beide Medikamente können ähnliche Nebenwirkungen verursachen, insbesondere Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Häufigkeit und Ausprägung der Beschwerden sowie die individuelle Verträglichkeit können sich jedoch unterscheiden.

Auch bestehende Erkrankungen, mögliche Gegenanzeigen und die bisherigen Behandlungserfahrungen spielen bei der Wahl des Medikaments eine Rolle.

Individuelle Faktoren bei der Gewichtsregulierung

Neben der medikamentösen Behandlung beeinflussen auch Ernährung, Bewegung und weitere gesundheitliche Voraussetzungen den langfristigen Verlauf der Gewichtsregulierung.

Nebenwirkungen im Vergleich: Wegovy vs. Mounjaro

Nebenwirkungen im Vergleich: Wegovy vs. Mounjaro

Mounjaro und Wegovy können ähnliche Nebenwirkungen verursachen. Besonders häufig betreffen diese den Magen-Darm-Trakt. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, kann individuell unterschiedlich sein.

Sehr häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 1 von 10 Personen)

Bei beiden Medikamenten können folgende Nebenwirkungen sehr häufig auftreten:

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Verstopfung

  • Bauchschmerzen

Bei Wegovy gehören außerdem Kopfschmerzen und Müdigkeit zu den sehr häufig berichteten Nebenwirkungen.

Weitere mögliche Nebenwirkungen

Zu den weiteren bekannten Nebenwirkungen beider Medikamente zählen unter anderem:

  • Schwindel

  • Verdauungsstörungen

  • Aufstoßen und Blähungen

  • Sodbrennen

  • Haarausfall

  • Gallensteine

  • Reaktionen an der Injektionsstelle

Bei Wegovy können außerdem Veränderungen des Geschmacksempfindens und eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) auftreten. Bei Mounjaro kann es unter anderem zu niedrigem Blutdruck kommen.

Die genaue Häufigkeit einzelner Nebenwirkungen unterscheidet sich zwischen den Präparaten und kann auch von der Dosierung abhängen. Magen-Darm-Beschwerden treten besonders häufig zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auf.

Die vollständigen Angaben zu Nebenwirkungen und ihren Häufigkeiten finden sich in den jeweiligen Packungsbeilagen.

Was hat es mit dem „Ozempic Face“ auf sich?

Der umgangssprachliche Begriff „Ozempic Face“ beschreibt Veränderungen des Gesichtsaussehens, die bei einer stärkeren Gewichtsabnahme auftreten können. Durch den Verlust von Fettgewebe im Gesicht können beispielsweise die Wangen eingefallener wirken und Falten deutlicher sichtbar werden.

Diese Veränderungen sind keine spezifische Nebenwirkung von Ozempic, Wegovy oder Mounjaro. Sie können grundsätzlich bei einer deutlichen Gewichtsabnahme auftreten, unabhängig davon, wie diese erreicht wurde.

Wie stark sich eine Gewichtsabnahme auf Gesicht und Haut auswirkt, hängt unter anderem vom Alter, der Hautelastizität sowie vom Ausmaß und der Geschwindigkeit des Gewichtsverlusts ab.

Ärztliche Begleitung bei Deiner Gewichtsregulierung

Ob eine medikamentöse Gewichtsbehandlung infrage kommt und welcher Wirkstoff im individuellen Fall geeignet ist, hängt von verschiedenen medizinischen und persönlichen Faktoren ab. Diese Entscheidung sollte gemeinsam mit einer medizinischen Fachperson getroffen werden.

Neben der Medikation können bei der langfristigen Gewichtsregulierung auch Faktoren wie Ernährung, Bewegung und individuelle gesundheitliche Voraussetzungen eine Rolle spielen. Eine ärztliche Begleitung dient unter anderem dazu, den Behandlungsverlauf sowie mögliche Nebenwirkungen zu überwachen.

FAQ

FAQ: Mounjaro vs Wegovy

Ein Wechsel zwischen den Wirkstoffen kann grundsätzlich möglich sein, sollte jedoch ärztlich begleitet werden. Die Dosierungen von Tirzepatid und Semaglutid sind nicht direkt äquivalent, sodass die weitere Dosierung individuell medizinisch festgelegt werden muss.

Mounjaro und Wegovy haben ähnliche Nebenwirkungsprofile. Besonders häufig treten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auf.

In der direkten Vergleichsstudie SURMOUNT-5 berichteten 43,6 % der Teilnehmenden unter Tirzepatid und 44,4 % unter Semaglutid über Übelkeit. Aufgrund von Nebenwirkungen brachen etwa 6 % der Teilnehmenden unter Tirzepatid und 8 % unter Semaglutid die Behandlung ab.

Welches Medikament besser vertragen wird, lässt sich individuell nicht zuverlässig vorhersagen. Die Verträglichkeit kann unter anderem von der Dosierung und persönlichen gesundheitlichen Voraussetzungen abhängen.

Was sagen Real-World-Studien über Mounjaro und Wegovy?

Real-World-Studien untersuchen, wie Medikamente unter alltäglichen Behandlungsbedingungen wirken. Anders als kontrollierte klinische Studien berücksichtigen sie beispielsweise Daten aus der regulären medizinischen Versorgung.

Eine Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2024 mit mehr als 18.000 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas zeigte, dass Personen unter Tirzepatid im Durchschnitt stärker an Gewicht verloren als Personen unter Semaglutid. Nach zwölf Monaten betrug die geschätzte durchschnittliche Gewichtsreduktion 15,3 % unter Tirzepatid und 8,3 % unter Semaglutid.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelte und überwiegend Dosierungen zur Diabetesbehandlung untersucht wurden, lassen sich die Ergebnisse nicht unmittelbar auf einen Vergleich der zugelassenen Dosierungen von Mounjaro und Wegovy zur Gewichtsregulierung übertragen.Tirzepatid wurde unter anderem im SURMOUNT-Studienprogramm und Semaglutid im STEP-Studienprogramm untersucht. Beide Studienprogramme zeigen eine Gewichtsreduktion unter den jeweils untersuchten Wirkstoffen. Da sich die Studien hinsichtlich Design, Behandlungsdauer und Population unterscheiden können, sollten ihre Ergebnisse nicht als direkter Head-to-Head-Vergleich interpretiert werden.

Referenzen

¹
Aronne, Louis J., et al. “Continued Treatment with Tirzepatide for Maintenance of Weight Reduction in Adults with Obesity: The SURMOUNT-4 Randomized Clinical Trial.” JAMA, vol. 331, no. 1, 2024, pp. 38–48. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2812936.

²
Jastreboff, Ania M., et al. “Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity.” The New England Journal of Medicine, vol. 387, no. 3, 2022, pp. 205–216. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2206038.

³
European Medicines Agency (EMA). “Mounjaro (Tirzepatide): EPAR – Product Information.” Aktuelle europäische Fach- und Gebrauchsinformation. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/mounjaro.

⁴
European Medicines Agency (EMA). “Wegovy (Semaglutide): EPAR – Product Information.” Aktuelle europäische Fach- und Gebrauchsinformation. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/wegovy.

⁵
Wilding, John P. H., et al. “Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity.” The New England Journal of Medicine, vol. 384, no. 11, 2021, pp. 989–1002. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2032183.

⁶
Willard, Francis S., et al. “Tirzepatide Is an Imbalanced and Biased Dual GIP and GLP-1 Receptor Agonist.” JCI Insight, vol. 5, no. 17, 2020, e140532. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7526454/.

⁷
Qin, Wenhui, et al. “Efficacy and Safety of Semaglutide 2.4 mg for Weight Loss in Overweight or Obese Adults Without Diabetes: An Updated Systematic Review and Meta-analysis Including the 2-year STEP 5 Trial.” Diabetes, Obesity and Metabolism, vol. 26, no. 3, 2024, pp. 911–923. https://doi.org/10.1111/dom.15386.

⁸
Aronne, Louis J., et al. “Tirzepatide as Compared with Semaglutide for the Treatment of Obesity.” The New England Journal of Medicine, vol. 393, no. 1, 2025, pp. 26–36. https://doi.org/10.1056/NEJMoa2416394.

⁹
Rodriguez, Patricia J., et al. “Semaglutide vs Tirzepatide for Weight Loss in Adults With Overweight or Obesity.” JAMA Internal Medicine, vol. 184, no. 9, 2024, pp. 1056–1064. https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2024.2525.