Adipositas-Ranking: Deutschlands dickste und schlankste Städte
Duisburg belegt den letzten Platz – Münster schneidet am besten ab
Research-Based Guide
Duisburg ist die Großstadt mit dem höchsten Anteil adipöser Menschen in Deutschland. 11,52 Prozent der Bevölkerung leiden dort an Übergewicht. Das zeigt unser aktuelles Ranking. Für die Analyse wurden Daten des Gesundheitsatlas Deutschland ausgewertet und ins Verhältnis zur jeweiligen Bevölkerungszahl der Städte gesetzt. Adipositas – umgangssprachlich auch Fettleibigkeit genannt – ist laut der Deutschen Adipositas-Gesellschaft eine chronische Erkrankung, die durch eine übermäßige Vermehrung von Körperfett gekennzeichnet ist. Sie geht deutlich über normales Übergewicht hinaus und erhöht das Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck.
Ruhrgebiet vorne, Universitätsstädte hinten
Auch Nürnberg (11,51 Prozent), Essen (11,36 Prozent) und die Region Hannover (11,33 Prozent) weisen einen deutlich überdurchschnittlichen Anteil adipöser Menschen auf und liegen damit klar über dem bundesweiten Durchschnitt von 10,5 Prozent. Am anderen Ende des Rankings stehen vor allem süddeutsche und universitär geprägte Städte: Münster weist mit 6,90 Prozent den niedrigsten Adipositas-Anteil auf, gefolgt von Hamburg (8,02 Prozent) und München (8,31 Prozent). Während zahlreiche Städte im Ruhrgebiet über dem Bundesdurchschnitt liegen, unterschreiten Metropolen wie Berlin (9,37 Prozent), Hamburg und München diesen teils deutlich.
In diesen Bundesländern ist Adipositas weitverbreitet
Mit einer Adipositasrate von 13,7 Prozent belegt Sachsen-Anhalt den ersten Platz im bundesweiten Ranking. Dahinter folgen Mecklenburg-Vorpommern mit 13,1 Prozent sowie Thüringen mit 12,5 Prozent. Brandenburg landet mit 11,6 Prozent auf Rang vier, dicht gefolgt von Niedersachsen mit 11,5 Prozent.
Deutlich niedriger fallen die Werte hingegen in den Stadtstaaten und südlichen Bundesländern aus: Hamburg weist mit lediglich 8,02 Prozent den geringsten Anteil adipöser Menschen im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf und gilt damit als Spitzenreiter im positiven Sinne. Auch Baden-Württemberg schneidet mit 9,2 Prozent vergleichsweise gut ab. Berlin folgt mit 9,4 Prozent auf Platz drei der niedrigsten Adipositasraten, während Rheinland-Pfalz und Bremen mit jeweils 9,9 Prozent die weiteren Plätze im unteren Bereich des Rankings belegen.
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Hier leben die meisten Menschen mit Adipositas
Bei den absoluten Zahlen zeigt sich ein anderes Bild als im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße: Nordrhein-Westfalen verzeichnet mit rund 1,99 Millionen adipösen Menschen die höchste Anzahl Betroffener in Deutschland. Insgesamt leben dort etwa 18 Millionen Menschen. Auf Platz zwei folgt Bayern mit rund 1,33 Millionen Menschen mit Adipositas bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 13,2 Millionen Einwohnern. Baden-Württemberg belegt mit rund 1,03 Millionen Betroffenen Rang drei, gefolgt von Niedersachsen mit etwa 916.400 adipösen Menschen. Hessen komplettiert die Top fünf mit rund 643.600 Einwohnern, die an Adipositas leiden.
Die niedrigsten absoluten Zahlen weist hingegen Bremen auf: Dort sind rund 69.800 Menschen von Adipositas betroffen. Auch im Saarland fällt die Zahl mit etwa 108.400 Betroffenen vergleichsweise gering aus. Hamburg folgt mit rund 148.900 adipösen Einwohnern, während in Mecklenburg-Vorpommern etwa 207.100 Menschen mit Adipositas leben. Schleswig-Holstein bildet mit rund 249.000 Betroffenen das Schlusslicht im Positiv-Ranking.
Frauen häufiger von Adipositas betroffen als Männer
Frauen sind in Deutschland insgesamt häufiger von Adipositas betroffen als Männer. Bundesweit leben rund 5,04 Millionen Frauen mit der chronischen Erkrankung, während die Zahl bei Männern bei etwa 3,73 Millionen liegt. Dieser Unterschied zeigt sich deutlich in Nordrhein-Westfalen: Dort sind rund 1,17 Millionen Frauen von Adipositas betroffen im Vergleich zu etwa 823.100 Männern. Auch in Bayern liegt die Zahl adipöser Frauen mit rund 751.200 deutlich über der männlichen Vergleichsgruppe mit etwa 582.100 Betroffenen. Selbst in kleineren Bundesländern wie Bremen setzt sich dieser Trend fort: Hier leben rund 42.100 Frauen mit Adipositas, gegenüber etwa 27.700 Männern.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Adipositas längst kein individuelles Randthema mehr ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt. Besonders alarmierend ist, dass die Erkrankung in einigen Bundesländern mittlerweile mehr als jede achte Person betrifft. Gleichzeitig machen die regionalen Unterschiede deutlich, wie stark Faktoren wie Einkommen, Gesundheitsbildung, Zugang zu Präventionsangeboten und Lebensstil die Entwicklung beeinflussen können. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Aufklärung, moderne medizinische Unterstützung und ein offenerer gesellschaftlicher Umgang mit dem Thema“, erklärt Dr. Sarah Bechstein, Mitbegründerin von Voy.
Über die Untersuchung
Für die Untersuchung wurden die prozentualen Angaben zur Verbreitung von Adipositas aus dem Gesundheitsatlas Deutschland der AOK übernommen. Auf Grundlage aktueller Einwohnerzahlen der deutschen Bundesländer wurden daraus die absoluten Fallzahlen berechnet und gerundet. Die übernommenen Prozentwerte dienten zudem als Basis für das bundesweite Ranking der Bundesländer.
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