Voy logo

GLP-1 und Abhängigkeit: Was die Forschung über Alkohol, Nikotin, Glücksspiel und das Gehirn zeigt

Wenn Du oder jemand in Deinem Umfeld die Abnehmspritze anwendet, hast Du vielleicht schon einmal Folgendes bemerkt: Das Glas Wein am Abend bleibt stehen, die Zigarette wird vergessen – und dieses „eigentlich hätte ich jetzt Lust darauf“-Gefühl ist einfach weg. Ein stilles Nebenphänomen, das über die eigentliche Verringerung des Hungergefühls hinausgeht. Genau an diesem Punkt wird spannend, was im Körper dahinter passiert – und was die Forschung dazu sagt.

Voy Image

Medically reviewed by

Dr. Sarah Bechstein

clockAktualisiert am 14. August 2025

Forschungsbasierter Ratgeber

Aus wissenschaftlicher Sicht rückt dabei das sogenannte Belohnungssystem des Gehirns in den Fokus. GLP-1-Medikamente wie Wegovy oder Mounjaro wirken nicht nur auf Appetit und Sättigung, sondern scheinen auch Signalwege zu beeinflussen, die mit Motivation und Verlangen verbunden sind. Handelt es sich hier um einen indirekten Effekt der Gewichtsregulation – oder greifen GLP-1-Wirkstoffe tatsächlich tiefer in Suchtmechanismen ein? In unserem Artikel erfährst Du die aktuellen Erkenntnisse. 

Entdecke Mounjaro

Bist du bereit für den nächsten Schritt auf deinem Weg zur Gewichtsabnahme? Erfahre mehr über Mounjaro und wie der neue Ansatz von Voy zum Gewichtsmanagement dir dabei helfen kann, deine Gesundheitsziele zu erreichen.

Wie reagiert das Gehirn auf Suchtmittel und was hat GLP-1 damit zu tun?

Die Wirkstoffe in GLP-1-Medikamenten ahmen das körpereigene Hormon GLP-1 (glucagon-like peptide-1) nach, indem sie als sogenannte Agonisten einen Rezeptor aktivieren und damit dieselbe Signalwirkung herbeiführen. Bei einer Stimulation des GLP-1-Rezeptors, ob auf natürliche oder künstlich herbeigeführte Weise, wird dem Gehirn vor allem Sättigung signalisiert – ein Effekt, durch den viele GLP-1-Anwender:innen ihre ständigen Gedanken ans Essen ausblenden. Zudem sorgen GLP-1-Medikamente für eine langsamere Magenentleerung und eine Stabilisierung des Blutzuckers. 

GLP-1-Rezeptoren sitzen jedoch nicht nur im Darm und in der Bauchspeicheldrüse, sondern auch im Gehirn – und zwar in Bereichen, die für Belohnung, Motivation und Verlangen zuständig sind, darunter der Nucleus accumbens und das ventrale tegmentale Areal (VTA). Das mesolimbische System ist ein zentraler Belohnungskreislauf im Gehirn, der stark über den Botenstoff Dopamin gesteuert wird. Suchtmittel wie Alkohol, Nikotin, Kokain oder Opioide greifen in dieses System ein und überaktivieren es gezielt – sie „kapern“ damit gewissermaßen die natürliche Belohnungssteuerung des Gehirns. 

Die Vermutung der Forscher:innen: Möglicherweise könnten GLP-1-Medikamente teilweise dieses Belohnungssystem beeinflussen. In der Folge verliert die zusätzliche chemische Belohnung durch Suchtmittel ihren Reiz. Einzelne Berichte von Menschen, die GLP-1-Medikamente anwenden, erhärten diesen Verdacht: Sie trinken oder rauchen einfach weniger, ohne bewusst daran zu arbeiten. Der Lautstärkeregler für Verlangen wird leiser. 

Was zeigt die Studienlage?

In einer im März 2026 in The BMJ veröffentlichten Kohortenstudie mit über 600.000 US-Veteranen mit Diabetes Typ 2 wurde der Zusammenhang zwischen GLP-1-Rezeptoragonisten und dem Risiko für Substanzgebrauchsstörungen über rund 3 Jahre untersucht. In einer Auswertung der Gesundheitsdaten wurde verglichen, wie die Entwicklung von Substanzgebrauchsstörungen mit GLP-1-Medikamenten und anderen Antidiabetika aussah. Das ist eine der bislang größten und methodisch solidesten Studien zu diesem Thema. 

Das Ergebnis: Mit GLP-1-Rezeptoragonisten ist das Risiko für Alkoholgebrauchsstörungen um etwa 8–12 %, für Opioidgebrauchsstörungen um ca. 13–15 % und für Überdosierungen um etwa 10–20 % niedriger als bei anderen Antidiabetika. Dieser Effekt zeigte schon in den ersten Monaten nach Behandlungsbeginn und stabilisierte sich über die Zeit. 

Ähnliches wurde in einer 2023 veröffentlichten Studie mit 151 Personen, die regelmäßig Alkohol konsumierten, beobachtet. Während die Hälfte den GLP-1-Rezeptoragonist Dulaglutid erhielt, bekam die andere Hälfte ein Placebo-Präparat. Nach 12 Wochen konsumierten die Personen der Dulaglutid-Gruppe ca. 29 % weniger Alkohol als die Vergleichsgruppe. Das galt jedoch nicht für jene Individuen, die einen sehr starken Alkoholkonsum hatten. Außerdem wurde festgestellt, dass sich die Rauchgewohnheiten veränderten. Viele berichteten über deutlich reduziertes Verlangen nach Nikotin und einige hörten im Laufe der GLP-1-Behandlung mit dem Rauchen auf. 

Die Ergebnisse stammen nicht aus klinischen Studien, in denen ein Medikament gezielt zur Suchtbehandlung getestet wird, sondern aus Analysen von Versorgungsdaten im echten Alltag. Trotzdem zeigen sie über viele Daten hinweg ein klares Muster: GLP-1-Nutzer:innen haben insgesamt weniger Probleme mit verschiedenen Suchterkrankungen und deren Folgen – und zwar nicht nur bei einer einzelnen Substanz, sondern über mehrere Bereiche hinweg, wie Ziyad Al-Aly, Co-Autor der BMJ-Studie, hervorhebt.

Welche Substanzen sind betroffen und warum ist das wichtig?

Wie Du siehst, unterscheidet sich die Studienlage je nach Substanz: 

  • Am besten ist Alkohol untersucht: Große Datensätze zeigen, dass unter GLP-1-Medikamenten weniger alkoholbezogene Störungen auftreten und der Alkoholkonsum offenbar leichter reduziert werden kann. 

  • Auch für Nikotin gibt es solide Hinweise. Viele Betroffene berichten von verringertem Verlangen nach Zigaretten und erste Studien deuten darauf hin, dass sich das Rauchverhalten tatsächlich ändern kann. Die Datenlage ist bisher allerdings noch nicht ausreichend. 

  • Bei anderen Substanzen wie Kokain oder Cannabis steht die Forschung noch am Anfang. Erste Auswertungen zeigen eine ähnliche Tendenz, müssen aber noch weiter bestätigt werden. 

  • Für Opioide ist die Datenlage stärker. Es wurde ein Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Missbrauch und schwere Folgen wie Überdosierung festgestellt. 

  • Verhaltenssüchte wie Glücksspiel sind bisher kaum untersucht. Plausibel sind die Effekte hier jedoch auch, da das gleiche Belohnungszentrum in Gehirn dabei eine Rolle spielt.

GLP-1-Medikamente, die möglicherweise das Verlangen über mehrere Suchtformen hinweg dämpfen können, sind eine echte medizinische Neuigkeit. In Deutschland sind laut BARMER etwa 1,5 Millionen Menschen nachweislich alkoholabhängig, wobei eine höhere Dunkelziffer vermutet wird. Der Alkoholatlas Deutschland 2022 zeigt, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Reinalkohol in Deutschland mit 10,6 Litern etwas über dem durchschnittlichen Alkoholkonsum in der EU liegt. Darüber hinaus gibt es in Deutschland rund 11,2 Millionen Raucher:innen. Auch die Glücksspielsucht ist durch die leichte Verfügbarkeit auf Online-Plattformen auf dem Vormarsch.

Was das bedeutet und was nicht

Das Wichtigste vorweg: GLP-1-Medikamente sind kein Ersatz für eine Suchttherapie. Sucht entsteht aus einem Zusammenspiel aus Genetik, Trauma, sozialem Umfeld und Gewohnheit. 

Dank erster Studienergebnisse wissen wir, dass GLP-1 an diesem Punkt angreift. Größere klinische Studien laufen aktuell noch. Da die Forschung zu GLP-1 und Sucht noch nicht abgeschlossen ist, sind GLP-1-Medikamente weder von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde noch von der European Medicines Agency für die Suchtbehandlung zugelassen. Sie sind derzeit nur zur Gewichtsreduktion bei einem BMI über 30 (Adipositas) oder einem BMI über 27 mit Begleiterkrankungen sowie zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen.

Wenn Du deinen Alkoholkonsum oder eine Sucht beenden möchtest, ist eine ärztliche Beratung oder eine spezialisierte Suchtbehandlung der richtige Weg.

GLP-1 verändert mehr als das Gewicht

Viele Nutzer:innen von Wegovy und Mounjaro berichten, dass sich ihr Verhältnis zu Alkohol, Zigaretten und anderen Gewohnheiten verändert. Die Forschung zeigt, warum das sein könnte. Im Abnehmprogramm von Voy begleiten wir Dich medizinisch auf Deiner Abnehmreise — mit monatlicher Lieferung und ärztlicher Betreuung.

Mache jetzt unser Quiz und finde heraus, ob Du für das Abnehmprogramm von Voy in Frage kommst.

Möchtest du mit deiner Gewichtsabnahme beginnen?

Mache einen kurzen Eignungstest, um deine Optionen zu erkunden und herauszufinden, wie wir dich unterstützen können.

FAQ: GLP-1 und Abhängigkeit

Nein, diese Medikamente sind nicht zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit zugelassen. Einige Menschen berichten, dass ihr Verlangen nach Alkohol unter GLP-1-Medikamenten abnimmt, und Studien erhärten diesen Verdacht. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie gezielt beim Aufhören helfen oder eine Suchttherapie ersetzen. Wenn Du deinen Alkoholkonsum beenden möchtest, ist eine ärztliche Beratung oder eine spezialisierte Suchtbehandlung der richtige Weg.

Nein, GLP-1-Medikamente wie Wegovy oder Mounjaro sind in Deutschland nicht für die Behandlung von Suchterkrankungen zugelassen. Sie sind nur zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht sowie für Diabetes Typ 2 zugelassen – dafür sind sie belastbar und klinisch geprüft.

Möglicherweise wirken sich GLP-1-Medikamente nicht nur auf Appetit und Sättigung aus, sondern beeinflussen auch Prozesse im Belohnungssystem des Gehirns, die mit Sucht verbunden sind. Dieser Effekt ist nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt und wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. GLP-1-Medikamente sind nicht zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit zugelassen und ersetzen keine Suchttherapie.

Vielleicht, doch dazu gibt es bisher kaum belastbare Studien. Theoretisch wird ein möglicher Effekt diskutiert, da für Glücksspiel das gleiche Belohnungssystem im Gehirn verantwortlich ist, wie für Alkohol oder Nikotin. Ob GLP-1-Wirkstoffe diesen Bereich tatsächlich beeinflussen, ist jedoch bislang nicht belegt und Gegenstand laufender Forschung.

Nicht zwingend, aber die Studienlage zeigt, dass die meisten Menschen eine Behandlung über Jahre benötigen. Adipositas wird von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft als chronische Erkrankung eingestuft, die oft eine langdauernde Behandlung erfordert — vergleichbar mit Bluthochdruck oder Diabetes. Auch die kardiovaskulären Vorteile wie verbesserte Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckwerte kehrten laut Studie etwa ein Jahr nach Behandlungsende zu den Ausgangswerten zurück. Manche schaffen es mit intensiver Verhaltensunterstützung dauerhaft ohne Medikation, dies ist jedoch eher die Ausnahme.

Mit der Abnehmspritze zum Wunschgewicht

  • Ohne finanzielles Risiko testen
  • Gratis Express-Lieferung in 1–2 Tagen
  • Unbegrenzter medizinischer Support

Prüfe, wie viel Du abnehmen könntest

Startgewicht:

95 kg

Slider thumb

Dein Ergebnis könnte sein:

-20 kg