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Mounjaro Haarausfall: Warum passiert das und was hilft wirklich?

Die Kilos gehen runter, Deine Lieblingsjeans sitzt plötzlich wieder locker und plötzlich findest Du mehr Haare in Bürste, Dusche oder auf dem Kopfkissen. Das mag nicht so recht passen, da Du gesundheitliche Fortschritte schon deutlich spürst, seitdem Du Mounjaro anwendest.

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Medically reviewed by

Dr. Sarah Bechstein

clockAktualisiert am 18. Juli 2025

Forschungsbasierter Ratgeber

Haarausfall bei Mounjaro-Medikation und anderen GLP-1-Medikamenten wie Wegovy wird in der Packungsbeilage kaum prominent erwähnt, taucht dafür aber immer häufiger in Erfahrungsberichten in Sozialen Netzwerken und Communitys sowie Arztpraxen auf. Viele Betroffene stehen dann vor der Frage: Liegt das an Mounjaro, am schnellen Gewichtsverlust oder steckt eventuell noch etwas anderes dahinter?​​

Die beruhigende Nachricht: In den meisten Fällen handelt es sich um einen vorübergehenden, nicht vernarbenden Haarausfall, bei dem die Haare nach einiger Zeit wieder nachwachsen. Wichtig ist, dass Du verstehst, was in Deinem Körper passiert, welche Faktoren das Risiko erhöhen und welche Stellschrauben Du aktiv beeinflussen kannst. In diesem Artikel erfährst Du, wie es zu Haarausfall unter Mounjaro-Medikation kommt, welche Rolle Gewichtsverlust, Nährstoffe und Hormone spielen und mit welchen Strategien Du Deine Haargesundheit ganz gezielt unterstützen kannst.

Wie häufig ist Haarausfall unter Mounjaro-Medikation wirklich?

Offiziell gilt Haarausfall bei Mounjaro, das auf dem Wirkstoff Tirzepatid basiert, nicht als typische oder häufige Nebenwirkung, weshalb er in vielen Fachinformationen gar nicht oder nur am Rand auftaucht. In den großen Zulassungsstudien zu GLP‑1‑Medikamenten wie den SURMOUNT‑Studien zeigt: Haarausfall trat bei den Teilnehmer:innen etwas häufiger auf als in der Placebo-Gruppe. Die Forscher:innen führen dies auf Nährstoffmängel und hormonelle Veränderungen durch den schnellen Gewichtsverlust zurück. Gleichzeitig berichten etwa 5 bis 15 % der Patient:innen über diese Erscheinung. Auch in Online‑Communities, Praxissprechstunden und Nachkontrollen wird deutlich öfter über vermehrten Haarverlust berichtet, insbesondere nach starker und schneller Gewichtsabnahme​​. 

Dermatologische Fachartikel und erste Auswertungen legen nahe, dass das Phänomen meist mit einer Form von diffusem Haarausfall, dem so genannten Telogeneneffluvium, zusammenhängt. Während exakte Zahlen noch fehlen, deuten Beobachtungen darauf hin, dass ein relevanter Anteil - man schätzt etwa 10 bis 20 % - der Patient:innen zeitweise verstärkten Haarausfall bemerkt. Das sind deutlich mehr, als es offizielle Studien bislang abbilden, aber weniger dramatisch, als manche Forenberichte vermuten lassen. Wichtig für Dich: Wenn Du Haarausfall unter Mounjaro merkst, bist Du damit nicht allein. Vor allem gibt es gut belegte Ansatzpunkte, um gegenzusteuern.​​

Warum verursacht Mounjaro Haarausfall? Die Wissenschaft dahinter

Telogen Effluvium: Wenn Haare synchron in die Ruhephase gehen

Mounjaro greift Haarfollikel nach aktuellem Wissensstand nicht direkt an, sondern verändert über den Gewichtsverlust und den Stoffwechsel die Rahmenbedingungen für das Haarwachstum. Der häufigste Mechanismus ist das sogenannte telogene Effluvium oder Telogeneffluvium, ein temporärer, diffuser Haarausfall, bei dem Haare vorzeitig in die Ruhephase, die so genannte Telogenphase, eintreten und 2 bis 4 Monate nach einem Auslöser verstärkt ausfallen. Es kann daher auch bei starkem Gewichtsverlust, hormonellen Umstellungen, akuten oder chronischen Erkrankungen sowie drastische Ernährungsumstellungen und metabolischen Veränderungen als Stressreaktion des Körpers auftreten. Genau hier setzt Mounjaro an, denn der Wirkstoff senkt den Appetit, fördert ein deutliches Kaloriendefizit und kann innerhalb weniger Monate zweistellige Prozentwerte an Körpergewicht reduzieren. Für Deinen Körper bedeutet das Hochleistung; er priorisiert lebenswichtige Funktionen, während „Luxusstrukturen“ wie Haare vorübergehend zurückstehen.​

Protein- und Nährstoffmangel: Baustoffe für Deine Haare

Haare bestehen überwiegend aus Keratin, einem Protein. Ohne ausreichend Eiweiß kann Dein Körper diese nötigen Bausteine für kräftiges Haarwachstum nicht bereitstellen. Viele Menschen essen unter GLP‑1‑Therapie insgesamt deutlich weniger, teilweise auch unregelmäßig, und rutschen so unbemerkt in einen relativen Proteinmangel. Fachgesellschaften empfehlen bei beabsichtigtem Gewichtsverlust häufig 1,2 bis 1,6 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht, um Muskulatur und Haare zu schützen.​​

Zusätzlich können bei reduzierter Nahrungsaufnahme Mikronährstoffe wie Eisen, Zink, Biotin, Vitamin D sowie B‑Vitamine zu kurz kommen - allesamt Faktoren, die in Studien immer wieder mit diffusem Haarausfall verknüpft werden. Gerade Frauen haben aufgrund ihrer Menstruation ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel, der sich in Laborwerten über einen erniedrigten Ferritinspiegel zeigt. Wenn Du also länger anhaltend unter Appetitlosigkeit, Übelkeit oder sehr geringer Kalorienzufuhr leidest, lohnt sich durchaus frühzeitig ein ärztlicher Check Deines Nährstoffstatus.​​

Hormonelle Veränderungen und Stress

Fettgewebe ist hormonell aktiv und produziert unter anderem Östrogene. Fällt in kurzer Zeit viel Körperfett weg, kann das zu spürbaren hormonellen Verschiebungen führen. Östrogen hat einen schützenden Effekt auf das Haar, weshalb ein abrupter Abfall, ähnlich wie nach der Geburt oder in den Wechseljahren, bei manchen Frauen Haarausfall verstärken kann. Parallel kann sich auch die Schilddrüsenfunktion verändern; Störungen wie eine Hypothyreose, eine Schilddrüsenunterfunktion, sind bekannte Ursachen für diffusen Haarausfall und sollten bei starken Beschwerden immer mit abgeklärt werden.​​

Ebenso können psychischer Stress durch Körperbild‑Veränderungen, hohe Erwartungen an den Gewichtsverlust und Unsicherheiten durch Haarausfall selbst die Stressachse zusätzlich belasten. Erhöhtes Cortisol gilt als ein weiterer Trigger für das telogene Effluvium. Du merkst schon - dies ist noch ein Grund mehr, Stressmanagement und mentale Gesundheit als Teil Deiner Haargesundheit mitzudenken.​​

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Wer ist besonders betroffen? Die wichtigsten Risikofaktoren

Nicht alle, die Mounjaro oder andere GLP‑1‑Medikamente einnehmen, entwickeln Haarausfall. Bestimmte Faktoren scheinen das Risiko jedoch deutlich zu erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel:​​

  • Sehr schneller Gewichtsverlust von deutlich über 1 bis 1,5 kg pro Woche oder ein großer Gesamtverlust von 15 bis 20% des Ausgangsgewichts.​​

  • Eine sehr niedrige Kalorienzufuhr mit wenig Protein sowie einseitige Ernährung, bei der wichtige Mikronährstoffe fehlen können.​

  • Bereits bestehende Haarprobleme, wie beispielsweise erblich bedingter Haarausfall, frühere Episoden von Telogenem Effluvium oder bekannte hormonelle Störungen wie z.B. Schilddrüse, PCOS.

  • Höheres Alter, da sich Haarfollikel mit zunehmenden Jahren langsamer regenerieren, sowie die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente, die Haarausfall begünstigen können.​

Viele dieser Punkte sind modifizierbar: Durch realistische Ziele beim Gewichtsverlust, eine strukturierte Ernährungsplanung und frühe Laborkontrollen kannst Du aktiv gegensteuern, statt Haarausfall nur „auszuhalten“.​​

Prävention: Wie Du Haarausfall unter Mounjaro vorbeugen oder vermeiden kannst

Mit den richtigen Strategien lässt sich das Risiko für Haarausfall während der GLP-1-Behandlung deutlich reduzieren. Wir zeigen Dir im Folgenden wie.

Protein als Basis Deiner Haargesundheit

Einer der wirksamsten Hebel ist Deine tägliche Proteinzufuhr. Expert:innen empfehlen bei Gewichtsreduktion meist 1,2 bis 1,6 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht, um Muskelmasse zu erhalten und Haare zu schützen. Für eine Person mit 80 kg entspricht das etwa 95 bis 130 g Protein pro Tag verteilt auf mehrere Mahlzeiten, als ideal gelten 3 bis 4. Gute Quellen sind mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte wie griechischer Joghurt, Hülsenfrüchte oder bei Bedarf ergänzende Proteinshakes.​​

Wenn Dein Appetit durch Mounjaro gedämpft ist, kann es sinnvoll sein, bei der Lebensmittelauswahl Protein bewusst zu priorisieren und eher energiearme, eiweißreiche Lebensmittel zu bevorzugen. Auf diese Weise erhält Dein Körper trotz weniger Kalorien genügend Baustoffe für Haut, Haare und Nägel, ohne Deine Gewichtsziele zu torpedieren.​

Nährstoffstatus im Blick behalten

Gerade weil Du weniger isst, lohnt es sich, kritische Nährstoffe frühzeitig checken zu lassen. Sinnvoll sind Laborwerte wie Ferritin (Eisenspeicher), Zink, Vitamin D, Vitamin B12 und die Schilddrüsenparameter TSH, fT3, fT4. Studien zeigen, dass insbesondere Eisenmangel, Vitamin‑D‑Mangel und Zinkdefizite mit diffusem Haarausfall assoziiert sind und sich unter Behandlung häufig bessern.​​

In Abstimmung mit Deinem Behandlungsteam kann ein qualitativ hochwertiges Multivitaminpräparat, ergänzt um gezielte Einzelpräparate bei nachgewiesenen Mängeln, sinnvoll sein. Wichtig: Supplemente ersetzen keine ausgewogene Ernährung, können aber bei eingeschränkter Aufnahme helfen, Lücken zu schließen, vor allem, wenn Du über mehrere Monate stark im Defizit bist.​

Tempo rausnehmen, Kopfhaut schützen

Ein moderates Abnehmtempo ist nicht nur nachhaltiger, sondern entlastet auch Deine Haarfollikel. Zielwerte von etwa 0,5 bis 1 kg pro Woche gelten in vielen Leitlinien als sinnvoll und schonender als extreme Crash‑Phasen. Wenn Du das Gefühl hast, dass die Abnahme zu schnell geht oder Du kaum noch hungerst, sprich mit Deinem behandelnden Team über eine Dosisanpassung von Mounjaro oder über Deine Kalorienzufuhr.​​

Parallel kannst Du Deine Kopfhaut durch sanfte Pflege unterstützen. Wenige, aber schonende Haarwäschen, milde Shampoos, zurückhaltender Einsatz von Hitze beim Styling und kein dauerhaft straffes Zusammenbinden der Haare sind ratsam. Solche Maßnahmen verhindern zwar nicht die Ursache des Haarausfalls, helfen aber, Deine vorhandenen Haare möglichst gesund zu erhalten und Haarbruch zu vermeiden.​

Die Behandlung: Was tun, wenn Deine Haare schon ausfallen?

Es gibt konkrete Maßnahmen, die Du sofort ergreifen kannst, um den Haarausfall zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Je früher Du reagierst, desto besser sind die Chancen, dass sich Deine Haare wieder erholen.

Medizinischer Check und gezielte Behandlung

Wenn Dir auffällt, dass Deine Haare deutlich stärker ausfallen als zuvor, ist der erste Schritt eine ärztliche Abklärung. Kontaktiere einen/eine Hausärzt:in, Endokrinolog:in oder Dermatolog:in. Sie können mögliche Auslöser wie Nährstoffmängel, Schilddrüsenerkrankungen, die Wechselwirkung mit Medikamenten oder zusätzliche Haarerkrankungen wie z.B. Alopecia areata prüfen und idealerweise ausschließen. 

Je nach Ergebnis kommen Maßnahmen wie Eisen- oder Vitamin‑D‑Substitution, eine Anpassung Deiner Ernährung, Koffeinshampoos oder topische Therapien, wie z.B. Minoxidil‑Lösungen von 5%, die zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden. In spezialisierten Zentren stehen auch Verfahren wie PRP‑Behandlungen (Plateled Rich Plasma-Eigenblutbehandlung) oder Low‑Level‑Lasertherapie, das Haarfollikel durch Lichtenergie stimuliert, infrage. Solche Behandlungen sollten immer durch Ärzt:innen begleitet werden, da Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen individuell abgewogen werden müssen.​

Geduld und realistische Erwartungen

Auch wenn es frustrierend ist: Telogenes Effluvium ist in vielen Fällen selbstlimitierend, das heißt, der Haarausfall klingt nach einigen Monaten von allein wieder ab. Typischerweise beginnt das stärkere Haaren etwa 3 bis 6 Monate nach dem auslösenden Ereignis, erreicht nach einigen Monaten seinen Höhepunkt und beruhigt sich dann, bevor nach und nach neue, feine Haare wieder sichtbar werden. Dieser Prozess kann insgesamt 6 bis 12 Monate dauern. Bis die Haare wieder die ursprüngliche Länge erreicht haben, vergeht oft noch etwas mehr Zeit.​​

Es kann hilfreich sein, den Verlauf mit Fotos zu dokumentieren. Damit lassen sich Veränderungen objektiver wahrnehmen und vor allem können kleine Fortschritte wahrgenommen werden. 

Was nicht hilft: Vorsicht vor falschen Versprechungen

Wenn die Haare ausfallen, ist die Versuchung groß, zu vermeintlichen Wundermitteln zu greifen. Doch spezielle "Anti-Haarausfall-Shampoos" sind meist reines Marketing, denn kein Shampoo stoppt systemischen Haarausfall durch Nährstoffmangel. Ebenso kontraproduktiv ist es, Mounjaro abrupt abzusetzen in der Hoffnung, der Haarausfall würde sofort enden. Das funktioniert nicht, denn der Haarausfall läuft noch Wochen weiter, während dann auch noch das Gewicht zurückkommen kann. Und vermeide vor allem extreme Crash-Diäten, die verschlimmern den Nährstoffmangel nur weiter, statt zu helfen.

Wenn Dich der Haarausfall psychisch stark belastet, zögere nicht, Unterstützung in Form von Beratungen, Coaching oder Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, denn das ist kein Zeichen von Eitelkeit, sondern ein guter und reflektierter Umgang mit einer sichtbaren Veränderung.​

Deine nächsten Schritte

Wir verstehen, dass der Beginn einer Behandlung mit Mounjaro wie ein großer Schritt erscheint - und in vielerlei Hinsicht ist er das auch. Die Entscheidung für ein neues Medikament wird nicht leichtfertig getroffen. 

Denke daran: Eine nachhaltige Gewichtsreduktion besteht aus vielen kleinen Schritten, die immer wiederholt werden. Mounjaro kann Dich dabei wirkungsvoll unterstützen, besonders, wenn Du es über einen längeren Zeitraum von mindestens einem Jahr anwendest und gleichzeitig nachhaltige Routinen aufbaust. 

Unser Team begleitet Dich in jeder Phase dieser Reise. In unserem Gewichtsreduktionsprogramm erhältst Du persönliche Unterstützung durch unser Expertenteam, wöchentliche Medikamentenlieferungen und Zugang zu unserer Coaching-App, mit der Du Deine Fortschritte einfach im Blick behältst.

Fülle einfach das kurze Formular aus, um herauszufinden, ob das Programm zu Dir passt - es dauert nicht länger als ein paar Minuten. 

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