Hungrig trotz Mounjaro-Anwendung? Das sind die Gründe
Wenn Du feststellst, dass Mounjaro Deinen Appetit nicht zügelt: Keine Panik! Hier findest Du einige mögliche Ursachen dafür.
Forschungsbasierter Ratgeber
Viele Menschen beginnen ihre Mounjaro-Anwendung mit hohen Erwartungen, nachdem sie gehört haben, dass GLP-1-Medikamente das Hungergefühl unterdrücken können.
Es ist daher verständlich, dass Fragen aufkommen, wenn man schon seit Wochen in Behandlung ist und sich immer noch genauso hungrig fühlt wie zuvor. Hier sind einige Faktoren, die dabei eine Rolle spielen können.
Wichtigste Erkenntnisse
Mounjaro ahmt natürliche Hormone nach, die ein Sättigungsgefühl hervorrufen.
Manche Menschen benötigen eine höhere Dosis, bevor sie kein Hungergefühl mehr verspüren.
Es ist normal, dass die Wirkung nicht sofort eintritt.
Falls Du nach 2 bis 3 Monaten Anwendung von Mounjaro immer noch Hunger verspürst, solltest Du ärztlichen Rat suchen.
Wie Mounjaro den Appetit zügelt
Tirzepatid, der Mounjaro-Wirkstoff, ahmt die Hormone GLP-1 und GIP nach, die der Körper eigentlich natürlicherweise produziert. Wenn GLP-1 und GIP mit Mounjaro aktiviert werden, ist man schon nach kleineren Portionen satt und das Hungergefühl sollte in der Regel nachlassen.
So weit zumindest die Theorie. Doch manche Menschen haben festgestellt, dass sie während der Mounjaro-Anwendung immer noch Hunger haben. Wenn Du dazu gehörst, möchtest du sicher wissen, warum.
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Ein ärztliches Gespräch klärt, welche Behandlungswege infrage kommen.
8 Gründe, warum Du während der Mounjaro-Anwendung möglicherweise immer noch Hunger hast
Schauen wir uns einmal genauer an, warum das Hungergefühl unter Mounjaro nicht nachgelassen haben könnte.
1. Du stehst noch ganz am Anfang
Wenn Du gerade erst mit der Mounjaro-Anwendung begonnen hast, musst Du eventuell einfach noch etwas warten. Studien haben gezeigt, dass die meisten Menschen erst nach mindestens einigen Wochen der Anwendung einen verringerten Appetit bemerken.
2. Du erhältst eine niedrige Dosis
Es gibt sechs verschiedene Dosierungen von Mounjaro von 2,5 mg bis 15 mg. Du beginnst mit der niedrigsten Dosis (2,5 mg). Nach vier Wochen kann die verschreibende ärztliche Fachkraft die Dosis erhöhen, wenn das Medikament gut verträglich ist.
Die vierwöchige Wartezeit vor der Dosiserhöhung hat einen Grund: Klinische Studien zeigen, dass dies ein wirksames Mittel ist, um eine Toleranz gegenüber Nebenwirkungen aufzubauen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Deine derzeitige Dosis keine Wirkung zeigt, sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.
3. Du bist gestresst
Emotionales Essen gibt es wirklich. Forschungen haben einen Zusammenhang zwischen Stress und Fettleibigkeit festgestellt, wobei viele komplexe Faktoren wie mangelnde psychische Gesundheit und Stress eine Rolle spielen können, die zu einem erhöhten Konsum von Fertiggerichten führen.
So sehr wir uns auch wünschen, dass Mounjaro den Stress wegzaubern könnte, ist es doch kein Wundermittel. Wenn man unglücklich oder gestresst ist, insbesondere über einen längeren Zeitraum, kann sich dies auf die Ernährungsgewohnheiten und biologischen Prozesse auswirken.
4. Du ernährst Dich falsch
Ja, Mounjaro verringert in den meisten Fällen den Appetit, aber man muss sich dennoch gesund ernähren (einschließlich protein- und ballaststoffreicher Lebensmittel), um die volle Wirkung zu erzielen.
Lebensmittel, die viel Zucker, raffinierte Kohlenhydrate und gesättigte Fettsäuren enthalten (wie Chips, Kuchen, Softdrinks und Weißbrot) können die Wirkung von Mounjaro beeinträchtigen, indem sie einen starken Anstieg und Abfall des Blutzuckers verursachen. Sie sättigen nicht, sodass manche trotz Mounjaro-Anwendung hungrig sein können, denn sie nehmen Kalorien mit geringem bis keinem Nährwert zu sich.
5. Du isst nicht genug
Es mag widersprüchlich klingen, aber zu wenig zu essen kann auf lange Sicht tatsächlich dazu führen, dass man hungriger ist. Wenn Du Mahlzeiten auslässt oder Deine Kalorienzufuhr drastisch reduzierst, weil Mounjaro Deinen Appetit verringert hat, kann Dein Körper darauf mit einem Anstieg der Hungerhormone reagieren.
Achte darauf, weiterhin genügend Kalorien zu Dir zu nehmen, um den Bedarf zu decken – insbesondere, wenn Du körperlich aktiv bist. Wenn Du Dir unsicher bist, wie viel Du essen solltest, können Dir Ernährungsberater:innen und medizinische Betreuer:innen weiterhelfen.
Du kannst auch einen Online-Kalorienrechner ausprobieren, um Deinen täglichen Gesamtenergiebedarf zu ermitteln, also wie viele Kalorien Du am Tag verbrennst.
6. Du machst mehr Sport
Eine Mounjaro-Anwendung zu beginnen, motiviert Menschen oft dazu, gesündere Gewohnheiten zu entwickeln, darunter auch häufigeres Training. Wenn Du erst vor Kurzem Deine körperliche Aktivität gesteigert hast, benötigt Dein Körper natürlich mehr Energie – und das kann bedeuten, dass Du hungriger bist.
Der Schlüssel liegt darin, Deine körperlichen Aktivitäten richtig mit ausgewogenen Mahlzeiten zu unterstützen, die Kohlenhydrate, Proteine und gesunde Fette enthalten.
7. Du bist in Wahrheit durstig
Es lohnt sich, auf den Flüssigkeitshaushalt zu achten. Durst wird oft mit Hunger verwechselt und Dehydrierung kann dazu führen, dass Du Dich hungriger oder müder fühlst, als Du tatsächlich bist. Versuche, über den Tag verteilt regelmäßig Wasser zu trinken, vor allem wenn Du Dich mehr bewegst oder noch an die Auswirkungen von Mounjaro auf die Verdauung gewöhnst.
8. Deine Hormone steigern Deinen Appetit
Bei Menschen mit Periode können zyklische Hormonveränderungen ebenfalls den Appetit beeinflussen, ob sie Mounjaro anwenden oder nicht. Es ist normal, in der Lutealphase (den zwei Wochen vor der Periode) mehr Hunger zu haben, wenn der Progesteronspiegel steigt und der Körper auf natürliche Weise mehr Energie verbrennt.
Tipps gegen übermäßiges Essen mit Mounjaro
Wenn man während der Mounjaro-Anwendung immer noch hungrig ist, befürchtet man vielleicht, zu viel zu essen. Deshalb ist es wichtig, Lebensmittel zu sich zu nehmen, die wesentliche Nährstoffe enthalten, damit sich ein Sättigungsgefühl einstellt.
Ernähre Dich ausgewogen
Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornbrot, Nudeln und Quinoa werden langsamer vom Körper verdaut und sättigen somit länger. Idealerweise sollte jede Mahlzeit komplexe Kohlenhydrate, Protein, ein wenig gesundes Fett – wie Olivenöl – und etwas Obst oder Gemüse enthalten. Diese ausgewogenen Mahlzeiten helfen dabei, die Verdauung zu regulieren.
Halte Dich an feste Essenszeiten
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont die Bedeutung eines regelmäßigen Essrhythmus für eine bessere Hunger- und Sättigungsregulation. Es kann sich als wirksame Strategie für eine nachhaltige Gewichtsabnahme erweisen, täglich zur gleichen Zeit Mahlzeiten mit ungefähr derselben Kalorienmenge zu sich zu nehmen. Der Blutzuckerspiegel bleibt stabiler, wenn Du nach einem regelmäßigen Zeitplan isst.
Trink genug
Wasser ist für die Verdauung unerlässlich. Es wird empfohlen, 6 bis 8 Gläser am Tag zu trinken.
Iss achtsam
Der Gegenspieler des emotionalen Essens? Achtsames Essen. Das bedeutet, auf Körpersignale wie Hunger und Sättigung zu achten, die Energie wertzuschätzen, die das Essen liefert, und die Einstellung zum Essen zu ändern. Vielleicht verbindest Du mit dem Essen Negatives und es kann schwierig sein, das abzuschütteln. Wenn Du jedoch versuchst, eine neutrale Einstellung dazu zu entwickeln, kann dies emotional bedingten Heißhunger bekämpfen.
Konsultiere eine:n Ernährungsberater:in
Wenn es Dir schwerfällt, Mahlzeiten zu planen oder die richtigen Lebensmittel zu finden, die sättigen und wirklich mit Energie versorgen, kann Dir ein:e Ernährungsberater:in dabei helfen, einen Ernährungsplan zu erstellen und eine passende Routine zu finden.
Lebensmittel, die Dich während der Mounjaro-Anwendung länger satt halten
Manche Lebensmittel sättigen besser als andere. Zu den Lebensmitteln, die während der Mounjaro-Anwendung besonders geeignet sind, gehören:
Stärkehaltige Gemüse: z. B. Kartoffeln und Süßkartoffeln
Komplexe Kohlenhydrate: z. B. Vollkornreis, -nudeln und -brot sowie Quinoa
Ballaststoffreiche Lebensmittel: z. B. Bohnen, Linsen, Hafer, Erbsen und Kichererbsen
Eiweiß: z. B. Hüttenkäse, griechischer Joghurt, Eier, Huhn und Fisch
Bei der Anwendung von Mounjaro können einige Lebensmittel bei manchen Menschen Nebenwirkungen verursachen. Führe daher ein Ernährungstagebuch, um mögliche Auslöser von Beschwerden zu identifizieren.
FAQ: Hungrig trotz Mounjaro-Anwendung
Wie viel Du essen solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Geschlecht, Körperzusammensetzung, Alter, Gewicht und Trainingsniveau. Mit einem Online-Kalorienrechner kannst Du Deinen täglichen Gesamtenergiebedarf ermitteln, also die Anzahl an Kalorien, die Du pro Tag verbrennst.
Mounjaro ist am wirksamsten, wenn es mit einer gesunden Ernährung kombiniert wird, wobei das Ziel eine nachhaltige, langfristige Gewichtsabnahme ist. Eine schnelle Gewichtsabnahme führt in der Regel zu einer erneuten Gewichtszunahme und wird nicht empfohlen, da sie nicht dabei hilft, gesunde Gewohnheiten und Lebensstiländerungen zu entwickeln, um das Gewicht nach dem Absetzen von Mounjaro zu halten.
Wenn Du regelmäßig große Portionen oder ungesunde Lebensmittel zu Dir nimmst, kann es sein, dass die Gewichtsabnahme nicht Deinen Erwartungen entspricht. Möglicherweise stellst Du auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Blähungen, Erbrechen und Durchfall fest, die durch den Verzehr mancher Lebensmittel verursacht werden können. Wenn Du während der Anwendung von Mounjaro zu viel isst, sprich mit Deiner ärztlichen Fachperson, damit sie Deinen Behandlungsplan überprüfen und ggf. die Dosis erhöhen kann.
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