Gewichtsverlust nach GLP-1: Warum die Kilos nach dem Absetzen schneller zurückkommen
Du hast mit GLP-1-Medikamenten richtig viel erreicht und genau deshalb wirkt das Absetzen für viele wie ein harter Reality-Check. Denn ohne Plan fürs „Danach“ kommen die Kilos oft schneller zurück, als man es von klassischen Diäten kennt.
Forschungsbasierter Ratgeber
Vielleicht hast Du mit Wegovy, Mounjaro & Co. 10, 15 oder sogar 20 Kilo verloren. Nun stellt sich die Frage: Wie geht’s ohne weiter? Für viele ist das keine Kleinigkeit, sondern eine echte Entscheidung zwischen Nebenwirkungen, Alltagstauglichkeit und den laufenden Kosten von 300 bis 400 Euro im Monat.
Eine neue Studie der University of Oxford, die im Januar 2026 im British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht wurde, liefert dazu klare, wenn auch ernüchternde Daten: Nach dem Absetzen nehmen viele deutlich schneller wieder zu als Menschen, die über Ernährungs- und Verhaltensprogramme abgenommen haben. Innerhalb von nur 1,5 Jahren sind viele wieder beim Startgewicht. Aber - und das ist die gute Nachricht - es gibt Wege, diesen Rebound-Effekt abzumildern.
Die Oxford-Studie: Was die Forschung über Gewichtszunahme nach GLP-1 zeigt
Professor Susan Jebb gilt als eine der führenden Adipositas-Forscherinnen Europas. Für ihre aktuelle Meta-Studie. Die Teilnehmer:innen hatten ihre GLP-1-Medikamente durchschnittlich neun Monate lang genommen, bevor sie absetzten. Dann wurde beobachtet: Was passiert danach? Die Oxford-Analyse gilt aktuell als eine der fundiertesten Datensammlungen dazu, wie sich das Körpergewicht nach GLP-1-Medikation wirklich entwickelt.
Die Studie im Überblick:
● Universität Oxford, veröffentlicht im BMJ (Januar 2026)
● Leiterin: Professor Susan Jebb, Expertin für Ernährung und Adipositas
● Meta-Analyse von 37 Studien mit fast 10.000 Teilnehmer:innen
● Durchschnittliche Behandlungsdauer: 9 Monate
● Follow-up: Durchschnittlich 7 Monate nach Absetzen
● Neueste einbezogene Forschung: Februar 2025
Zentrale Ergebnisse: GLP-1-Medikamente im Detail erklärt
Während der aktiven Behandlung bestätigten die Daten die hohe Wirksamkeit moderner Wirkstoffe: Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) ermöglichten im Schnitt rund 15 Kilogramm Gewichtsverlust, alle GLP-1-Präparate zusammen etwa 8,3 Kilogramm.
Genau hier entsteht jedoch die zentrale Frage vieler Patient:innen: Was passiert nach dem Absetzen? Laut Analyse nahmen Personen mit neueren Medikamenten innerhalb eines Jahres durchschnittlich rund 10 Kilogramm wieder zu. Auf Basis dieser Geschwindigkeit projizierten die Forschenden eine Rückkehr zum Ausgangsgewicht nach etwa 1,5 Jahren, bei allen GLP-1-Präparaten zusammen nach rund 1,7 Jahren.
Zum Vergleich zeigten verhaltensbasierte Programme ein anderes Muster: Der Gewichtsverlust fiel mit durchschnittlich 8,3 Kilogramm zwar geringer aus, doch die anschließende Zunahme verlief deutlich langsamer, etwa 4,8 Kilogramm im ersten Jahr, mit einer statistischen Rückkehr zum Ausgangsgewicht erst nach circa vier Jahren.
Auch gesundheitliche Auswirkungen spielten eine Rolle: Verbesserte Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckwerte näherten sich nach etwa zwölf Monaten ohne Medikation wieder den Ausgangswerten an. Ein dauerhafter metabolischer „Reset“ blieb somit meist aus. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass mit Projektionen gearbeitet wurde. Das bedeutet, die Forschenden haben anhand der gemessenen Geschwindigkeit der Gewichtszunahme berechnet, wann Patient:innen ihr Ausgangsgewicht voraussichtlich wieder erreichen könnten. Es handelt sich also um statistische Hochrechnungen und keine festen Zeitangaben, sie basieren jedoch auf realen Studiendaten und zeigen damit einen wahrscheinlichen Trend statt einer Garantie.
Warum nehmen GLP-1-Patient:innen schneller zu? Die wissenschaftliche Erklärung
Ein zentraler Punkt der Oxford-Studie wird oft übersehen: Es geht nicht nur um Biologie, sondern auch um Verhalten. Die Kernthese der Forschenden beschreibt einen möglichen „Strategie-Mangel“. Professor Susan Jebb formuliert dies sinngemäß dahingehend, dass Personen, die sich stark auf Gewichtsverlust-Medikamente verlassen, häufig weniger eigene Bewältigungs- und Ernährungsstrategien entwickeln, um ihr Gewicht nach dem Absetzen stabil zu halten.
Was bedeutet das konkret?
Der Unterschied zeigt sich vor allem zwischen zwei Arten der Gewichtsabnahme. In verhaltensbasierten Programmen lernen Menschen aktiv, mit Hunger, Appetit und emotionalem Essen umzugehen. Sie entwickeln Routinen, üben Portionskontrolle und trainieren diese Fähigkeiten kontinuierlich. Der Prozess ist oft langsamer, aber die Strategien werden dauerhaft verankert.
Bei GLP-1-Medikamenten hingegen reguliert das Präparat Appetit und Sättigung weitgehend automatisch. Weniger Hunger führt zwar zu schnellen Erfolgen, reduziert jedoch zugleich die Notwendigkeit, eigene Gewohnheiten bewusst zu verändern. Endet die Medikation und der Appetit kehrt zurück, zuweilen sogar verstärkt. Fehlen diese „Werkzeuge“, ist dies häufig ein entscheidender Faktor für die schnellere Gewichtszunahme.
So sieht die physiologische Realität aus
Neben dem Verhalten spielt auch der Körper selbst eine große Rolle. Nach dem Absetzen greifen hormonelle Gegenregulationen: Hungerhormone (Ghrelin) steigen wieder an, Sättigungssignale (Leptin) normalisieren sich und der Organismus „erinnert“ sich an sein früheres Gewicht. Gleichzeitig kommt es zu einer Stoffwechsealnpassung. Der durch den Gewichtsverlust gesenkte Grundumsatz bleibt oft bestehen und es entsteht ein ungünstiges Zusammenspiel aus mehr Appetit und geringerem Kalorienverbrauch. Verstärkend wirkt der mögliche Muskelverlust-Effekt - bis zu 25-40% Muskelverlust ist möglich - der bei GLP-1-Therapien einen relevanten Anteil ausmachen kann und den Energiebedarf zusätzlich senkt. Gewichtserhaltung wird damit noch schwieriger.
Das Entscheidende ist die Differenzierung, denn die Studie kritisiert damit kein Verhalten von Patient:innen, sondern weist auf eine Lücke in der Behandlungspraxis hin. Medikamente allein reichen selten aus, Verhaltensunterstützung ist entscheidend für langfristige Stabilität.
Die Realität in Deutschland: Warum setzen Menschen GLP-1 ab?
Viele Menschen starten motiviert mit GLP-1-Medikamenten, doch ein großer Teil beendet die Behandlung früher als geplant. Laut internationalen Studien brechen etwa 47 bis 65 % der Patient:innen die GLP-1-Therapie innerhalb eines Jahres ab. Diese Zahl zeigt, dass das Absetzen kein Einzelfall ist, sondern ein verbreitetes Muster. In Deutschland kommen zusätzlich spezifische Rahmenbedingungen hinzu, die diese Entscheidung oft beschleunigen oder sogar erzwingen.
Hauptgrund: Die Kosten in Deutschland
Gerade die finanzielle Dimension wird im Alltag häufig unterschätzt. Wer die Medikamente selbst zahlt, muss mit mehreren hundert Euro pro Monat rechnen, was sich schnell auf über 3.000 bis fast 5.000 Euro pro Jahr summieren kann. Da GLP-1 in Deutschland bei Adipositas in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, entsteht für viele eine langfristige Eigenbelastung. Gleichzeitig zeigt die Studienlage, dass die Therapie meist nicht nur für wenige Monate, sondern über längere Zeiträume notwendig ist. Das ist ein Budget, das sich für viele Menschen schlicht nicht realistisch planen lässt.
Ein kurzer Überblick
280-400 Euro pro Monat bei Selbstzahlung
Keine Kassenübernahme bei Adipositas-Indikation (§34 SGB V)
Jährliche Kosten: 3.400-4.800 Euro
Viele starten mit Hoffnung auf kurzfristige Nutzung (3-6 Monate)
Realisierung: Langfristige Therapie notwendig, d.h. ein hoher konstanter finanzieller Aufwand
Neben der finanziellen Belastung führen auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsprobleme oder anhaltende Müdigkeit dazu, dass Betroffene ihre Therapie überdenken. Hinzu kommen Lieferengpässe, die unfreiwillige Pausen erzwingen und häufig zu Frustration oder schneller Gewichtszunahme führen. Auch psychologische Faktoren spielen eine Rolle: Manche unterschätzen das Rückfallrisiko, andere wünschen sich Unabhängigkeit von Medikamenten oder hoffen, das erreichte Gewicht nun ohne Unterstützung halten zu können. Schließlich beeinflussen auch Lebensereignisse wie Schwangerschaftswunsch, Jobwechsel oder gesundheitliche Prioritäten die Entscheidung. Wichtig ist: Das Absetzen ist selten ein Scheitern – meist ist es das Ergebnis realer Lebensumstände, nicht mangelnder Motivation.
Übrigens: Die Oxford-Studie bestätigt dieses Muster. Es handelt sich also nicht um ein rein deutsches Phänomen. Die Daten bestätigen, dass das vorzeitige Absetzen von GLP-1-Medikamenten weltweit beobachtet wird; es handelt sich also um eine globale Entwicklung, nicht um ein nationales Problem einzelner Gesundheitssysteme. Wichtig ist daher der Blick auf nachhaltige Strategien.
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Strategien zur Vermeidung von Gewichtszunahme: Was kannst Du tun?
Die Oxford-Studie zeigt klar das Risiko, aber sie zeigt indirekt auch die Lösung: Gewichtserhalt ist trainierbar. Entscheidend ist, ob Du die Phase unter Anwendung von GLP-1 oder nach der Medikation strategisch nutzt, statt sie nur „laufen zu lassen“. Dabei geht es weniger um Perfektion als um Vorbereitung, Struktur und realistische Routinen.
Wenn Du noch GLP-1 anwendest: Bereite Dich vor!
Nutze die Medikation als Zeitfenster mit reduziertem Appetit. Genau jetzt lassen sich Essgewohnheiten etablieren, die später tragen. Dazu zählen bewusste Portionsgrößen, feste Mahlzeitenrhythmen und der Umgang mit emotionalem Essen. Fachleute empfehlen, diese Phase als Trainingszeit zu betrachten, nicht als finale Lösung. Parallel dazu ist Verhaltensunterstützung kein Extra, sondern Basis: Ernährungsberatung, strukturierte Programme oder psychologische Begleitung helfen, Strategien aufzubauen, statt sich allein auf das Medikament zu verlassen. Ebenso wichtig ist Bewegung von Beginn an. Dazu zählt insbesondere Krafttraining, um Muskelmasse zu erhalten und den Stoffwechsel zu unterstützen. Ergänzend schafft Selbstmonitoring Bewusstsein: regelmäßiges Wiegen, phasenweise Ernährungstagebücher oder Gewohnheits-Tracking helfen, Veränderungen früh zu erkennen, statt überrascht zu werden.
Wenn Du überlegst abzusetzen: Mach es strategisch!
Ein abruptes Stoppen erhöht das Risiko schneller Gewichtszunahme. Ärztlich begleitetes Ausschleichen über mehrere Wochen oder Monate kann dem Körper Zeit zur Anpassung geben. Sinnvoll ist zudem, Verhaltensstrategien bereits 2-3 Monate vor dem Absetzen zu intensivieren und zu testen, ob das Gewicht stabil bleibt. Besonders kritisch sind die ersten sechs Monate danach. Hier können engmaschige Check-ins helfen, frühes Gegensteuern bei ersten Kilo-Zunahmen und ein klarer „Notfallplan“. Manche Ärzt:innen diskutieren zudem eine niedrigere Erhaltungsdosis als Übergangslösung.
Wenn Du bereits abgesetzt hast und zunimmst
Entscheidend ist frühes Handeln: Die ersten 2 bis 5 Kilogramm gelten als wichtiges Zeitfenster. Strukturierte Gewichtsmanagement-Programme können die Dynamik verlangsamen oder stoppen. In manchen Fällen kann auch ein Wiedereinstieg in die Medikation sinnvoll sein, allerdings ist dies nur nach ehrlicher Kosten-Nutzen-Abwägung und mit langfristiger Planung empfehlenswert
Die langfristige Perspektive: GLP-1 als chronische Behandlung?
Hier wird es unbequem, aber ehrlich: GLP-1-Medikamente funktionieren fantastisch, solange Du sie nimmst. Das ist keine Marketing-Floskel, sondern medizinische Realität. Adipositas-Expert:innen vergleichen das zunehmend mit Bluthochdruck: Niemand erwartet von Dir, dass Du nach einem Jahr Blutdrucktabletten geheilt bist. Chronische Erkrankungen brauchen meist “chronische”, sprich stetige Behandlung.
Die Forschung der letzten Jahre zeigt immer deutlicher, dass Adipositas keine Willensschwäche, sondern eine komplexe biologische Erkrankung ist. Der Körper kämpft aktiv dafür, sein höheres Gewicht zu halten, über Hormone, Stoffwechselanpassungen, neuronale Verschaltungen. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft betont in ihrer aktualisierten S3-Leitlinie 2024: “Adipositas ist eine chronische Erkrankung und bedarf einer langdauernden, oft lebenslangen Behandlung.” Langfristige medizinische Begleitung ist bei vielen Betroffenen damit unumgänglich.
Aber dann kommt die finanzielle Realität. Fünf Jahre GLP-1-Medikation kosten Dich als Selbstzahler:in zwischen 17.000 und 24.000 Euro. Zehn Jahre? Das wären 34.000 bis 48.000 Euro. Das ist für die meisten Menschen schlicht nicht darstellbar. Deshalb fordern Fachgesellschaften und Patientenverbände lautstark: Adipositas muss als erstattungsfähige chronische Krankheit anerkannt werden. Die Krankenkassen müssen die GLP-1-Kosten übernehmen.
Am Ende bleiben drei Fragen, die nur Du für Dich beantworten kannst: Kannst Du Dir die langfristige Behandlung leisten? Und vor allem - willst Du das? Wie hoch ist Dein gesundheitliches Risiko, wenn Du ohne Medikation lebst? Reichen alternative Ansätze wie intensive verhaltensbasierte Programme für Dich aus? Diese Antworten sind individuell. Es gibt keine Pauschallösung.
Was Voy anders macht: Der ganzheitliche Ansatz für nachhaltigen Erfolg
Die Oxford-Studie macht deutlich: Medikation allein ist nicht die Lösung, um Gewicht langfristig zu halten. Genau an diesem Punkt setzt das Voy-Modell mit einer Kombination aus medizinischer Therapie und aktiver Verhaltensunterstützung von Beginn an.
Das JoinVoy-Modell im Überblick:
GLP-1-Medikation mit integrierter Verhaltensunterstützung
Ernährungsberatung parallel zur Therapie, nicht erst danach
Kontinuierliche ärztliche Begleitung
Psychologische Unterstützung bei emotionalem Essen
Frühzeitige Vorbereitung auf langfristiges Gewichtsmanagement
Unser Team begleitet Dich in jeder Phase dieser Reise. In unserem Gewichtsreduktionsprogramm erhältst Du persönliche Unterstützung durch unser Expertenteam, wöchentliche Medikamentenlieferungen und Zugang zu unserer Coaching-App, mit der Du Deine Fortschritte einfach im Blick behältst.
Fülle einfach das kurze Formular aus, um herauszufinden, ob das Programm zu Dir passt - es dauert nicht länger als ein paar Minuten.
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