Mounjaro und Blutzucker: Was auch Nicht-Diabetiker:innen wissen sollten
Viele GLP-1-Nutzer:innen, die keinen Diabetes haben, wissen nicht, dass Abnehmspritzen nicht nur maßgeblich bei der Gewichtsreduktion unterstützen, sondern auch Auswirkung auf den Blutzucker haben. Kein Grund zur Panik – aber ein Anlass, sich zu informieren.
Forschungsbasierter Ratgeber
Hättest Du gewusst, dass der Wirkstoff Tirzepatid, der in Mounjaro enthalten ist, ursprünglich für Typ-2-Diabetes entwickelt wurde? Die Zulassung mit Adipositas-Indikation kam erst später hinzu, weil die „Nebenwirkung“ eines starken Gewichtsverlusts zu gut war, um ignoriert zu werden.
GLP-1-Medikamente wie Mounjaro greifen aktiv in den Blutzuckerspiegel im Körper ein, auch bei Menschen ohne Diabetes. In diesem Artikel klären wir Dich darüber auf, wie Mounjaro auf den Blutzucker auswirkt, was Nichtdiabetiker:innen bei Mounjaro zu beachten haben, ob Mounjaro bei Prädiabetes präventiv wirken kann und ob der Wirkstoff Tirzepatid das Hypoglykämie-Risiko (Unterzuckerung) erhöht. Was das im Detail für Dich heißt, schauen wir uns im Folgenden genauer an.
Was Mounjaro im Körper macht
Es gibt unterschiedliche Wirkstoffe von Abnehmspritzen. Semaglutid ist unter verschiedenen Handelsnamen bekannt, z. B. als Ozempic und Wegovy. Semaglutid ahmt als GLP-1-Rezeptoragonist das körpereigene Hormon GLP-1 nach, wodurch das Sättigungsgefühl erhöht, die Magenentleerung verlangsamt, die glukoseabhängige Insulinausschüttung gesteigert und die Glukagonfreisetzung gehemmt wird. Dabei enthält Ozempic weniger Wirkstoff und ist nur zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen, während Wegovy gezielt mehr Wirkstoff enthält, um für das Gewichtsmanagement bei Adipositas verwendet werden zu können.
In Mounjaro hingegen ist der Wirkstoff Tirzepatid enthalten. Er wirkt im Körper nicht nur auf GLP-1-Rezeptoren, sondern zusätzlich an GIP-Rezeptoren. Deshalb wird er als dualer Rezeptoragonist („Twincretin“) bezeichnet. Diese Kombination führt zu einer stärkeren Wirkung auf die Insulinausschüttung, die Blutzuckerregulation und die Appetitkontrolle. Vergleichsstudien zeigen, dass der durchschnittliche Gewichtsverlust mit Mounjaro bei etwa 20–22 % des Körpergewichts in 72 Wochen liegt, während mit Wegovy ca. 13–16 % Gewichtsverlust erreicht werden. Mounjaro ist sowohl als Diabetesmedikament als auch zur Behandlung von Adipositas zugelassen.
Der Inkretineffekt beschreibt das Phänomen, dass der Körper nach der Glukoseaufnahme mehr Insulin ausschüttet als nach einer intravenösen Gabe derselben Glukosemenge – durch Inkretinhormone wie GLP-1 und GIP. Diese Hormone werden nach dem Essen freigesetzt und bewirken
eine gesteigerte glukoseabhängige Insulinausschüttung,
eine Glukagon-Hemmung („Gegenspieler“ von Insulin) und
eine unterstützte Blutzuckerregulation.
Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist dieser Effekt schwächer, daher stärken GLP-1-Medikamente diesen natürlichen Effekt. Auch die verlangsamte Magenentleerung ist positiv, da der Blutzucker nach den Mahlzeiten langsamer ansteigt und Blutzuckerspitzen vermieden werden. Dass die Insulinstimulation glukoseabhängig ist, bedeutet, dass Insulin nur dann vermehrt ausgeschüttet wird, wenn der Blutzucker tatsächlich erhöht ist.
Das kannst Du Dir so vorstellen: Der Körper schüttet mehr Insulin aus. Aber nur, wenn der Zucker wirklich hoch ist. Nicht einfach so.
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Hypoglykämie – wie hoch ist das Risiko wirklich?
Da sich Abnehmspritzen auf den Blutzucker auswirken, wurde das Risiko für Unterzuckerungen in wissenschaftlichen Studien aufgegriffen. Die beruhigende Botschaft: Die Forschungen deuten darauf hin, dass das Risiko insgesamt niedrig ist.
Das sagt die Forschung
In der 2021 veröffentlichten SURPASS-2-Studie wurden mehrere tausend Personen mit Typ-2-Diabetes untersucht. Es wurden Tirzepatid und Semaglutid über 40 Wochen verglichen.
Im Hinblick auf Hypoglykämien zeigte sich ein insgesamt sehr niedriges Risiko in allen Gruppen. Klinisch relevante Hypoglykämien (<54 mg/dl) traten bei Tirzepatid in etwa 0,2–1,7 % und bei Semaglutid in rund 0,4 % der Fälle auf. Schwere Hypoglykämien kamen bei unter 1 % der Teilnehmer:innen vor, wobei kein Unterschied zwischen den Wirkstoffen beobachtet wurde. Besonders deutlich war, dass Unterzuckerungen vor allem bei einer Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen vorkamen.
Für die SURMOUNT-1-Studie wurden über 2500 Teilnehmer:innen ohne Diabetes, aber mit Adipositas untersucht. Sie erhielten über einen Zeitraum von 72 Wochen Tirzepatid, um Gewichtsreduktion und Sicherheit zu analysieren.
Auch hier zeigte sich ein sehr geringes Risiko für Hypoglykämien. Das Risiko für schwere Hypoglykämien lag bei unter 0,1–0,3 % und damit auf Placebo-Niveau. Leichte Hypoglykämien kamen mit rund ≤1–2 % ebenfalls selten vor. Damit bestätigt die Studie, dass Tirzepatid bei Personen ohne Diabetes kein relevantes Hypoglykämie-Risiko verursacht.
Aber was ist die Erklärung für das niedrige Hypoglykämie-Risiko, wenn sich GLP-1-Medikamente doch auf den Blutzucker auswirken? Der Grund liegt in der Glukoseabhängigkeit. Die Insulinausschüttung durch GLP-1-Medikamente wird nur bei erhöhtem Blutzucker verstärkt. GLP-1 wirkt dann als Verstärker, nicht als eigenständiger Auslöser. Sobald der Glukosespiegel wieder in den normalen Bereich fällt, wird dieser Effekt automatisch abgeschwächt. Das Risiko für eine Unterzuckerung bleibt daher gering.
Risikofaktoren und Symptome einer Hypoglykämie
Falls Du GLP-1-Medikamente wie Mounjaro anwendest und besorgt bist, zeigen wir Dir hier, wodurch sich das Risiko erhöhen kann und wie Du die Symptome einer Hypoglykämie erkennst.
Risikofaktoren für Hypoglykämie, wenn Du Mounjaro anwendest:
Fasten, intensives Sporttraining oder eine sehr geringe Nahrungsaufnahme: Der Blutzucker kann in solchen Situationen stärker abfallen als gewohnt. In der Regel führt das nicht in gefährliche Bereiche, doch es kann spürbar oder ungewohnt sein.
Prädiabetes: Menschen mit gestörter Glukosetoleranz oder erhöhtem Nüchternblutzucker profitieren häufig besonders stark von der stabilisierenden Wirkung auf den Blutzucker. Es kann aber zu etwas deutlicheren Schwankungen kommen.
Andere blutzuckerbeeinflussende Medikamente: Wer zusätzlich Präparate wie Metformin oder stoffwechselaktive Substanzen wie Berberin nimmt, sollte dies ärztlich abklären, da sich die Effekte addieren können. In der Fachinformation für Mounjaro heißt es: Das Risiko einer Hypoglykämie kann steigen, wenn Mounjaro mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin kombiniert wird.
Typische Symptome einer leichten Unterzuckerung sind
Zittern,
Schwitzen ohne klare Ursache,
Herzklopfen oder schneller Puls,
Konzentrationsprobleme,
leichter Schwindel oder
plötzlicher Heißhunger.
Diese Warnsignale treten bei Mounjaro ohne Insulintherapie selten auf, können aber in Kombination mit längeren Fastenphasen oder starker körperlicher Belastung vorübergehend vorkommen.
Lebensmittel, auf die man achten sollte (und einfache Alternativen!)
Wenn Du den Fokus auf Lebensmittel legst, die Du hinzufügen kannst, kann es dir leichter fallen, Deinen Teller mit nährstoffreichen Optionen zu füllen, die Deinen Körper wirklich nähren. Allerdings ist bei der Umstellung auf GLP-1-Injektionen zur Gewichtsreduktion wie Mounjaro bei einigen Lebensmitteln Vorsicht geboten. Dabei geht es nicht um Einschränkungen, sondern darum, herauszufinden, was für Dich funktioniert.
Lebensmittel, die Beschwerden auslösen können, & unsere empfohlenen Alternativen
Folgende Lebensmittel können bei manchen Menschen (aber nicht bei allen!) Übelkeit oder Sodbrennen verschlimmern. Hier sind einige Alternativen, die Du stattdessen ausprobieren kannst:
- Koffein 🡪 Ersetzbar durch: Kräutertee (Ingwer oder Pfefferminze können Übelkeit lindern)
- Alkohol 🡪 Ersetzbar durch: Sprudelwasser mit Zitronen- oder Limettenscheiben
- Scharfe Speisen 🡪 Ersetzbar durch: Milde Kräuter und Gewürze wie Kurkuma, Basilikum, Kreuzkümmel oder Paprika
- Frittierte Speisen 🡪 Ersetzbar durch: Im Ofen oder Airfryer zubereitete Speisen wie Süßkartoffelecken
- Schwere Saucen oder sahnige Speisen 🡪 Ersetzbar durch: leichtere Dressings wie Zitrone und Olivenöl
Tipp der Ernährungsberaterin
„Wenn Dir etwas „komisch“ vorkommt, halte es kurz in der Voy-App fest – das hilft uns dabei, Muster zu erkennen und Deinen Plan individuell anzupassen.“
- Emily Somers, Ernährungsberaterin und Coach bei Voy
Der unbeabsichtigte Vorteil: Schutz vor Diabetes
Diese Erkenntnis lässt aufhorchen: Mounjaro könnte als Prädiabetes-Schutz fungieren. Daten aus der SURMOUNT-1-Studie zeigen, dass Tirzepatid nicht nur beim Abnehmen hilft. Nach 72 Wochen erreichten rund 85–95 % der Teilnehmer:innen mit Tirzepatid wieder einen normalen Blutzuckerstatus, verglichen mit nur etwa 60 % beim Placebo. Gleichzeitig entwickelten nur etwa 0,4–2 % Typ-2-Diabetes, während es in der Placebo-Gruppe 6–13 % waren.
In der SURPASS-2-Studie wurden nur Personen mit Typ-2-Diabetes untersucht, bei denen der Blutzucker sehr effektiv gesenkt wurde. Es kam zu einer Reduktion von HbA1c (Langzeit-Blutzucker-Wert) um etwa –2,0 bis –2,3 Prozentpunkte. Auch der Nüchternblutzucker wurde um rund –50 bis –60 mg/dl (je nach Dosis) gesenkt.
Übertragen auf Prädiabetes bedeutet das: Der Stoffwechsel wird in Richtung Normalbereich stabilisiert, ohne dass starke Schwankungen entstehen. Für viele Menschen mit unentdecktem Prädiabetes ergibt sich daraus ein zusätzlicher Vorteil. Mounjaro kann nicht nur beim Abnehmen unterstützen, sondern auch den Stoffwechsel so stabilisieren, dass das Risiko für Typ-2-Diabetes frühzeitig reduziert wird.
Was man im Alltag wissen und tun sollte
Du siehst also, dass das Risiko für eine Hypoglykämie mit Mounjaro gering ist. Trotzdem ist im Alltag ein bewusster Umgang damit empfehlenswert. Wichtig ist es vor allem, die typischen Symptome wie Zittern, Schwitzen, Herzklopfen und Konzentrationsprobleme zu kennen. Sie sind für Dich ein Signal, genauer hinzuschauen.
Außerdem entscheidend: Informiere Deine Ärztin oder Deinen Arzt über alle Medikamente, die Du nimmst. Auch pflanzliche Präparate können den Blutzucker beeinflussen. Gelegentliche Kontrollen Deiner Blutzucker-Werte sind sinnvoll, wenn Du Prädiabetes hast oder vermutest, es zu haben.
Im Alltag ist es mit Abnehmspritzen allgemein ratsam, möglichst keine Mahlzeiten auszulassen – selbst bei geringem Appetit –, da regelmäßiges Essen den Blutzucker stabil hält. Das gilt vor allem zu Beginn der Behandlung, da sich der Körper noch umstellt.
Deine nächsten Schritte mit Voy
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- Sieh Dir unseren Mounjaro-Ernährungsplan zum Abnehmen an und lies unsere Meal-Prep-Tipps für Mounjaro-Anwender:innen für weitere Ideen!
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FAQ: Mounjaro und Blutzucker
Insgesamt ist das Risiko sehr gering. Mounjaro wirkt glukoseabhängig, was bedeutet, dass die Insulinausschüttung nur dann verstärkt wird, wenn der Blutzucker erhöht ist. Ohne Diabetes oder blutzuckersenkende Medikamente kommt es daher in Studien selten zu klinisch relevanten Unterzuckerungen. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei einer Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen.
Wegovy enthält mit dem Wirkstoff Semaglutid einen reinen GLP-1-Rezeptoragonisten, während Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid zusätzlich auch auf GIP-Rezeptoren wirkt. Dadurch hat Mounjaro in Studien eine stärkere Wirkung auf Blutzucker und Gewicht gezeigt. Beide Medikamente senken den Blutzucker nur glukoseabhängig, daher bleibt das Risiko für eine Unterzuckerung gering.
Ja, bei Prädiabetes kann Mounjaro für Dich besonders gut geeignet sein. Es unterstützt nicht nur bei der Gewichtsabnahme, sondern stabilisiert auch den Glukosestoffwechsel. Konsultiere eine ärztliche Fachperson, damit ihr gemeinsam eine Entscheidung über die Behandlung treffen könnt.
Nein, wenn Du kein:e Diabetiker:in bist, ist das nicht zwingend notwendig. Das Blutzuckermessen kann aber sinnvoll sein, wenn bei Dir Risikofaktoren wie Prädiabetes oder Symptome einer Hypoglykämie auftreten. Beobachte Deine körperlichen Veränderungen und lasse alle begleitenden Medikamente ärztlich abklären.
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