Abnehmprogramm oder Abnehmprogramm: Was passt zu mir?
Viele möchten ihr Körpergewicht reduzieren und stellen sich die Frage: Wie? Wirksame gängige Optionen sind GLP1-Medikamente oder Abnehm-Programme, aber welche Unterschiede bestehen zwischen diesen Ansätzen?
Research-Based Guide
Viele möchten ihr Körpergewicht reduzieren und stellen sich die Frage: Wie? Wirksame gängige Optionen sind GLP-1-Medikamente oder Abnehm-Programme, die sich hinsichtlich ihrer Wirkweise und ihrer Schwerpunkte unterscheiden.
In diesem Artikel werden die Wirkweise von GLP-1-Medikamenten sowie die Unterschiede zu strukturierten Programmen zur Gewichtsreduktion betrachtet. Dabei werden auch Möglichkeiten und Grenzen einer Kombination beider Ansätze beschrieben.
Die aktuelle S3-Leitlinie legt nahe, GLP-1-Hemmer und Abnehmprogramme sollten nicht als Gegensatz, sondern eher als ein multimodaler Behandlungsansatz zu verstehen sein.
Verhaltensprogramme unterstützen beim langfristigen Etablieren von Ernährungs-, Bewegungs- und Alltagsroutinen.
GLP-1-Medikamente wirken über biologische Appetitregulation als ein Hebel bei der Gewichtsreduktion.
Grundlage bleibt die Kombination aus Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung. Medikamente werden ergänzend eingesetzt.
Wie funktionieren klassische Abnehmprogramme?
Strukturierte Abnehmprogramme wie zum Beispiel Weight Watchers oder Noom setzen auf eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Bewegung und Verhaltenstherapie.
Hierbei wird in den Programmen mit Elementen wie Punktesystemen, Tracking und Coaching gezielt versucht, dauerhafte Verhaltensänderungen zu etablieren.
Ernährungs-Coachings oder auch ein Gruppenaustausch in Communities sind dabei essenzielle Stellschrauben, um sich selbst ein Umfeld zu erschaffen, um tragfähige Gewohnheiten beizubehalten. Abnehmen wird im Rahmen der Programme eigenständig über eigenes Verhalten, bewusstere Ernährung und allgemeinen Umgang mit Sport und Ernährung ermöglicht und über lange Zeit versucht, aufrechtzuerhalten.
Springende Punkte bei Programmen sind nicht nur die Selbsterziehung im Kontext Gewichtsreduktion, sondern auch die Zeit, um Routinen zu etablieren.
Evaluierte Programme erreichen je nach Programm und Zielgruppe dabei klinisch relevante Gewichtsverluste von im Schnitt 5-10 Prozent Gewichtsverlust.
Was sind „Ozempic Babies“ und „Mounjaro Babies“?
Wie wirkt die Abnehmprogramm im Vergleich?
GLP-1-basierte Medikamente, manchmal auch „Abnehmprogramm“ genannt, wirken über körpereigene biologische Mechanismen.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten wirken wie der Körpereigene Stoff GLP 1 gewichtsreduzierend, indem der Appetit gemindert wird und im Gegenzug das Sättigungsgefühl für längere Zeit anhält. Sie verstärken das Sättigungsgefühl durch verlangsamte Magenentleerung und reduzieren so das Hungergefühl.
Studien beschreiben, dass GLP-1-basierte Medikamente unter anderem die Appetitregulation beeinflussen und dadurch die Nahrungsaufnahme reduzieren können. Generell berichten viele Menschen von einer geringeren Beschäftigung mit Essen, sie haben seltener “Cravings”. In den STEP- und SCALE-Studien wurden unter begleitender Lebensstilintervention Gewichtsverluste von 15 bis 20 Prozent erzielt. Diese Ergebnisse stammen aus klinischen Studien und sind nicht als individuelle Vorhersage des zu erwartenden Gewichtsverlustes zu verstehen.
Dennoch ist zu betonen, dass Medikamente die Basistherapie aus Ernährung, Bewegung und Verhaltensänderung nicht ersetzen, sondern ergänzen. Ein Behandlungserfolg hängt unter anderem auch von der Therapiedauer ab. Die Wirkung und Verträglichkeit einer medikamentösen Therapie können individuell unterschiedlich ausfallen.
Was hält länger an?
Der langfristige Erfolg hängt weniger von der gewählten Methode ab als davon, inwiefern gesunde Gewohnheiten nachhaltig aufrechterhalten werden.
Abnehm-Programme vermitteln Strategien für Ernährung und Bewegung. Auch nach Ende eines Programms bleiben Routinen weiter erhalten und bieten den erwünschten positiven Effekt der Gewichtsreduktion. Rückfallprävention kann dabei auch eine wichtige Rolle spielen, um Ergebnisse zu erhalten. Von der Bildung zur Ernährung und auf Lebensstil etc. profitieren sie zudem dauerhaft.
Anders aber entfalten GLP-1-Medikamente ihre Wirkung nur während der Anwendung. Ohne eine begleitende Verhaltensänderung steigt nach einem Absetzen das Gewicht wieder an.
Studien zu verschiedenen GLP-1-Medikamenten zeigen, dass nach dem Absetzen beziehungsweise nach Beendigung der Behandlung eine Gewichtszunahme auftreten kann. Das Ausmaß kann dabei individuell unterschiedlich sein.
Die Frage, wie sich das Körpergewicht langfristig nach einer medikamentösen Therapie entwickelt, hängt daher unter anderem von der Dauer der Behandlung, begleitenden Lebensstilmaßnahmen und individuellen Faktoren ab.
Kann man Programm und Spritze kombinieren?
Ja. Für für echte nachhaltige Ergebnisse empfiehlt sich die Verbindung beider Vorgehensweisen.
Eine Kombination aus medikamentöser Therapie und Maßnahmen zur Veränderung des Lebensstils ist grundsätzlich möglich und wird in klinischen Studien häufig gemeinsam untersucht. Ein solcher multimodaler Ansatz kann beispielsweise eine medikamentöse Behandlung mit Maßnahmen zu Ernährung, Bewegung und Verhalten verbinden. Welche Bestandteile einer Behandlung infrage kommen, hängt unter anderem vom Gesundheitszustand, den bestehenden Begleiterkrankungen und der individuellen Behandlungssituation ab. Eine medikamentöse Therapie sollte ärztlich beurteilt und begleitet werden.
So ergänzen sich die gewichtsreduzierenden Aspekte von GLP-1-Medikamenten und die erhaltenen Ansätze und man beugt einem erneuten Zunehmen nach der Therapie vor.
Heute koppeln immer mehr Anbieter auch digitale Programme wie Coachings, Tagesabläufe oder Trainingsprogramme und begleitete Therapie mit Medikamenten.
Welche Faktoren spielen bei der Wahl eines Ansatzes eine Rolle?
Bei geringerem Übergewicht stehen häufig Maßnahmen zur Veränderung von Ernährung, Bewegung und Alltagsgewohnheiten im Mittelpunkt. Strukturierte Programme können dabei verschiedene Formen von Beratung, Verhaltensunterstützung und Selbstbeobachtung umfassen.
Bei einem höheren BMI oder bei bestimmten gewichtsassoziierten Begleiterkrankungen kann eine medikamentöse Therapie zusätzlich infrage kommen. Ob eine solche Behandlung medizinisch geeignet ist, wird im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung beurteilt.
Bei einer Kombination aus Lebensstilmaßnahmen und medikamentöser Therapie werden beide Ansätze parallel eingesetzt. Die jeweiligen Ziele und Bestandteile der Behandlung werden individuell medizinisch festgelegt.
FAQs
Ein pauschaler Vergleich ist nicht möglich, da strukturierte Abnehmprogramme und GLP-1-Medikamente unterschiedliche Bestandteile einer Behandlung darstellen.
Abnehm-Programme bewirken über Ernährung, Bewegung und Alltagsgewohnheiten langfristig eine Veränderung des Verhaltens. Währenddessen beeinflussen GLP-1-Medikamente zusätzlich das Appetit- beziehungsweise das Sättigungsgefühl und können die erste Gewichtsabnahme erleichtern. Klinische Studien zeigen für bestimmte GLP-1-basierte Medikamente höhere durchschnittliche Gewichtsverluste als für alleinige Lebensstilmaßnahmen. Die Ergebnisse unterscheiden sich jedoch je nach Wirkstoff, Studiendesign, Behandlungsdauer und untersuchter Personengruppe.
Ob eine medikamentöse Therapie, ein strukturiertes Programm zur Veränderung des Lebensstils oder eine Kombination verschiedener Maßnahmen infrage kommt, hängt von der individuellen medizinischen Situation ab.
Das hängt von der individuellen Umsetzung ab. Je nach Programm und der Dauer können strukturierte Programme klinisch relevante Gewichtsverluste erreichen. In klinischen Studien wurden unter bestimmten GLP-1-Medikamenten in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen Gewichtsreduktionen von 15 bis 20 Prozent berichtet. Diese Werte beziehen sich auf die jeweiligen Studienbedingungen und stellen keine individuelle Prognose dar. Nach den Empfehlungen der S3-Leitlinie stehen dabei aber nicht nur die Zahl auf der Waage, sondern auch nachhaltige Veränderungen von Ernährung, Bewegung und Verhalten im Vordergrund.
Eine medikamentöse Therapie und Maßnahmen zur Veränderung des Lebensstils können miteinander kombiniert werden. Entsprechende Kombinationen werden auch in klinischen Studien untersucht.
Während Medikamente unter anderem die Appetitregulation beeinflussen können, umfassen Lebensstilmaßnahmen beispielsweise Ernährung, Bewegung und verhaltensbezogene Unterstützung. Welche Kombination im Einzelfall medizinisch infrage kommt, sollte im Rahmen eines ärztlichen Gesprächs geklärt werden.
Bei Beendigung eines Programms können die erlernten Gewohnheiten dazu beitragen, das Gewicht langfristig zu stabilisieren.
Denn Studien zeigen, dass nach dem Absetzen einer GLP-1-Therapie häufig wieder Gewicht zugenommen wird, insbesondere wenn die zuvor erreichten Veränderungen des Lebensstils nicht aufrechterhalten werden.
Untersuchungen wie die STEP-1-Verlängerungsstudie zeigen, dass nach dem Absetzen von Semaglutid innerhalb des untersuchten Zeitraums ein erheblicher Teil des zuvor verlorenen Gewichts wieder zugenommen wurde.
Wie sich das Körpergewicht nach dem Absetzen entwickelt, kann individuell unterschiedlich sein. Die langfristige Behandlung und mögliche Maßnahmen zum Gewichtserhalt sollten daher ärztlich besprochen werden.
BMI, Begleiterkrankungen, sowie bisherige Abnehmversuche und persönliche Ziele beeinflussen, welcher Ansatz sich für dich am besten eignet. Für die medizinische Beurteilung einer möglichen medikamentösen Therapie können unter anderem der BMI, gewichtsassoziierte Begleiterkrankungen und bisherige Behandlungsversuche relevant sein.
Ein strukturiertes Verhaltensprogramm ist insbesondere für Menschen geeignet, die nachhaltige Veränderungen ihrer Lebensgewohnheiten anstreben.
Bei höherem BMI oder wenn Lebensstilmaßnahmen allein nicht ausreichend waren, kann eine medikamentöse Therapie zusätzlich infrage kommen, sofern die jeweiligen medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Behandlung und Kombination von Maßnahmen geeignet ist, sollte individuell im Rahmen eines ärztlichen Gesprächs beurteilt werden.
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