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Was ist eine Abnehmspritze?

Viele Menschen fragen sich momentan: Was ist eine Abnehmspritze eigentlich genau – und was bewirkt die Abnehmspritze im Körper? Da der mediale Fokus auf GLP-1-Medikamente, die sogenannten Abnehmspritzen, in den letzten Jahren immer größer geworden ist, ist auch der Erklärungsbedarf bei vielen Menschen hoch. Damit bist Du nicht alleine.

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Medically reviewed by

Dr. Sarah Bechstein

clockAktualisiert am 3. November 2025

Forschungsbasierter Ratgeber

Gleichzeitig kursieren viele Missverständnisse und Mythen: Manche sehen die Medikamente als schnelle Lifestyle-Lösung zum Abnehmen, andere haben Angst vor starken Nebenwirkungen.

Aber welche der vielen Aussagen sind wahr? Eine Abnehmspritze kann medizinisch sinnvoll und wirksam sein – aber sie ist kein Wundermittel. Damit Du eine fundierte Entscheidung treffen kannst und einen Überblick bekommst, erklären wir Dir, wie die Behandlung funktioniert, welche Wirkstoffe es gibt und worauf man achten sollte.

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Was genau ist eine Abnehmspritze?

Wenn Menschen von einer „Abnehmspritze“ sprechen, meinen sie meist Medikamente, die das Hungergefühl reduzieren und dadurch eine Gewichtsreduktion unterstützen können. Medizinisch handelt es sich dabei häufig um sogenannte GLP-1-Medikamente.

Der Begriff „Abnehmspritze“ klingt zunächst einfach, tatsächlich steckt dahinter jedoch ein komplexer biologischer Mechanismus. Die Medikamente ahmen körpereigene Darmhormone nach, die nach dem Essen ausgeschüttet werden. Dadurch senden sie dem Gehirn früher ein Sättigungssignal, das außerdem länger anhalten kann.

Was Du wissen solltest: Eine Abnehmspritze ist kein frei verkäufliches Lifestyle-Produkt. Die Behandlung mit GLP-1-Medikamenten erfolgt nur mit einem gültigen Rezept und sollte unbedingt ärztlich begleitet werden. Zugelassen sind die Medikamente in der Regel für Menschen mit Adipositas (also einem BMI ≥ 30) oder für Personen mit einem BMI ≥ 27 und zusätzlichen gesundheitlichen Risiken. Die Abnehmspritze sollte nur angewendet werden, wenn ein

Wie wirkt eine Abnehmspritze im Körper?

Die Wirkstoffe einer Abnehmspritze ahmen körpereigene Darmhormone nach und wirken im Gehirn, im Magen und in der Bauchspeicheldrüse. Genau diese Kombination erklärt die effektive Wirkung der GLP-1-Medikamente.

Die Abnehmspritzen-Wirkung basiert vor allem auf sogenannten Inkretin-Hormonen wie GLP-1 oder GIP. Diese Hormone schüttet Dein Körper natürlicherweise nach dem Essen aus. Moderne Medikamente verstärken diesen Effekt gezielt.

1. Wirkung im Gehirn: Weniger Hunger und weniger „Food Noise“

Im Gehirn beeinflussen die Wirkstoffe das Hunger- und Belohnungszentrum. Viele Menschen berichten während der GLP-1-Behandlung nicht nur von weniger Appetit, sondern auch von einer geringeren gedanklichen Beschäftigung mit Essen. Dieses Phänomen der gedanklichen Beschäftigung mit Essen wird häufig als „Food Noise“ bezeichnet. Damit sind ständige Gedanken an Essen, Snacks oder Heißhunger gemeint, die von vielen Menschen als belastend erlebt werden. 

Dass man weniger über Essen nachdenkt liegt laut Prof. Andreas Pfeiffer (Direktor der Abteilung Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Charité in Berlin) an dem Einfluss der Medikation auf das Appetitzentrum.

2. Wirkung im Magen: Langsamere Magenentleerung

Die Medikamente verlangsamen außerdem die Magenentleerung. Nahrung bleibt dadurch länger im Magen und das Sättigungsgefühl hält länger an.Das erklärt auch, warum viele Menschen, die die Abnehmspritze anwenden, kleinere Portionen essen können, ohne ständig Hunger zu verspüren.

3. Wirkung in der Bauchspeicheldrüse

Zusätzlich fördern GLP-1-Medikamente eine bedarfsgerechte Insulinausschüttung. Ursprünglich wurden viele dieser Wirkstoffe deshalb zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt.

Genau diese Mehrfachwirkung im Gehirn, Magen und der Bauchspeicheldrüse erklärt, warum moderne GLP-1-Medikamente oft deutlich effektiver sind als klassische Diäten allein.

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Welche Wirkstoffe stecken in Abnehmspritzen?

Was ist der Abnehmspritze-Wirkstoff, der für diese Effekte im Körper sorgt? Inzwischen umfasst die Entwicklung der Abnehmspritze drei zugelassene Wirkstoff-Generationen: Liraglutid, Semaglutid und Tirzepatin. Ein vierter Wirkstoff - Retatrutid - ist bereits in der klinischen Entwicklung.

Die Unterschiede zwischen den Medikamenten und Wirkstoffen sind wichtig, da sie sich in Wirkung, Dosierung und durchschnittlichem Gewichtsverlust unterscheiden. Hier ein kleiner Überblick:

Liraglutid

Liraglutid gehört zur ersten Generation der GLP-1-Medikamente und wirkt nur auf GLP-1-Rezeptoren. Der Wirkstoff muss täglich injiziert werden und wird heute seltener eingesetzt als modernere Präparate.

Semaglutid

Semaglutid ist aktuell einer der bekanntesten Wirkstoffe. Er wird einmal wöchentlich gespritzt, wirkt ebenfalls nur auf GLP-1-Rezeptoren und ist unter anderem in Präparaten wie Wegovy oder Ozempic enthalten. 

Tirzepatid

Tirzepatid kombiniert GLP-1 zusätzlich mit GIP und erzielt in Studien oft noch stärkere Effekte auf Gewicht und Appetit. Das GLP-1-Medikament Mounjaro enthält diesen Wirkstoff.

Retatrutid

Retatrutid befindet sich derzeit noch in klinischer Entwicklung. Der Wirkstoff aktiviert zusätzlich den Glukagon-Rezeptor und könnte künftig noch stärkere Effekte bezüglich des Gewichtsverlust aufweisen. Da dieser Wirkstoff GLP-1-, GIP- und Glukagon-Rezeptoren ansteuert, nennt man ihn auch Triple-Agonist.

Wie wird die Abnehmspritze angewendet?

Die Abnehm-Injektion erfolgt subkutan in die Fettschicht unter der Haut – je nach Wirkstoff einmal täglich oder einmal wöchentlich, meist in Bauch, Oberschenkel oder Oberarm. Wichtig ist, dass die Injektion nicht in die Vene oder den Muskel erfolgt. Die meisten Menschen können die Anwendung nach ärztlicher Einweisung selbst durchführen. Es gibt auch GLP-1-Medikamente in Pillenform, die Du oral einnehmen kannst - häufiger wird jedoch die Injektion angewendet.

Bei den moderneren Wirkstoffen (Semaglutid und Tirzepatid) wird die Medikation nur einmal wöchentlich injiziert. Das kann die Anwendung für Dich erleichtern und den Aufwand reduzieren. 

Die Dosierung startet bewusst niedrig und wird schrittweise über mehrere Wochen erhöht. Dadurch kann der Körper sich langsam an den Wirkstoff gewöhnen und Nebenwirkungen wie Übelkeit können besser reduziert und beobachtet werden. Solltest Du dennoch Nebenwirkungen spüren, solltest Du das mit Deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen.

Bereitet Dir die Vorstellung, die Abnehmspritze selbst zu injizieren, Sorgen? Viele Patientinnen und Patienten haben anfangs Respekt vor der Injektion - das ist ganz normal. Tatsächlich empfinden die meisten die Anwendung jedoch als deutlich einfacher und weniger schmerzhaft als erwartet. Auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung kann Deine Unsicherheit reduzieren.

Für wen ist eine Abnehmspritze geeignet?

Eine Abnehmspritze ist in Deutschland für Erwachsene mit Adipositas (BMI ≥ 30) oder mit Übergewicht (BMI ≥ 27) in Kombination mit gewichtsbedingter Begleiterkrankung zugelassen. Schwangere, Stillenden und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen dürfen die Abnehmspritze nicht anwenden.

Du fragst Dich, ob Die Abnehmspritze für Dich überhaupt in Frage kommt? Wichtig zu wissen ist, dass sich die Behandlung nicht dafür eignet, im gesunden Normalgewicht noch ein paar Kilos abzunehmen. Nur wenn das Abnehmen zu einer Verbesserung Deiner körperlichen Gesundheit führen kann, ist die Abnehmspritze eine passende Option.

Die Zulassung gilt in der Regel für:

  • Erwachsene mit BMI ≥ 30

  • Erwachsene mit BMI ≥ 27 und gewichtsbedingten Begleiterkrankungen

Zu den Begleiterkrankungen gehören beispielsweise:

  • Bluthochdruck

  • Schlafapnoe

  • Typ-2-Diabetes

  • Fettstoffwechselstörungen

Da die Behandlung mit der Abnehmspritze nicht für jede:n geeignet ist und für Schwangere, Stillende oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen schädlich sein kann, sollte vor Beginn immer eine medizinische Prüfung erfolgen. Nur so kannst Du sicher gehen, dass die Behandlung zu Dir passt, eine effektive Wirkung zeigen kann und mit möglichst geringen Nebenwirkungen einhergeht. 

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die häufigsten Nebenwirkungen einer Abnehmspritze sind Übelkeit, Durchfall und Verstopfung - sie betreffen den Magen-Darm-Trakt und treten vor allem in der Eingewöhnungsphase auf. Viele Beschwerden verbessern sich nach einigen Wochen von selbst, besonders wenn die Dosierung nur langsam gesteigert wird.

Eine Übersicht der häufigeren Nebenwirkungen:

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Verstopfung

  • Völlegefühl

Selten können schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten, darunter Pankreatitis, Gallensteine oder allergische Reaktionen. Deshalb ist eine ärztliche Begleitung der GLP-1-Behandlung wichtig.

Die Nebenwirkungen können sich je nach Wirkstoff leicht unterscheiden. Bei Wegovy können also andere Nebenwirkungen auftreten als bei Mounjaro. Daher ist es ratsam, vor der Bahndlung mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin genau zu prüfen, welche Medikation zu dir passt.

Reicht die Abnehmspritze allein aus?

Nein - eine Abnehmspritze wirkt nur dann langfristig und nachhaltig, wenn Ernährung und Bewegungsverhalten ebenfalls verändert werden. Wird der Lebensstil nicht angepasst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man nach dem Absetzen innerhalb einiger Monate wieder deutlich zunimmt.

Laut der S-3-Leitlinie für Adipositas von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wirkt die Behandlung mit der Abnehmspritze nur eingebettet in eine Ernährungs- und Bewegungstherapie nachhaltig. Für einen langfristigen Effekt ist es also wichtig, dass Du auch Deinen Lebensstil anpasst und auf Deine Ernährung und Bewegung achtest. 

Die Medikamente können Hunger reduzieren und den Einstieg in die Gewichtsabnahme erleichtern - sie ersetzen jedoch keine langfristigen Gewohnheiten. Das ist ein Punkt, über den viele Anbieter zu wenig sprechen: Nach dem Absetzen nimmt ein großer Teil der Menschen wieder deutlich zu, wenn keine nachhaltigen Veränderungen in den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten aufgebaut wurden.

Genau deshalb kombiniert das Voy-Programm die medikamentöse Therapie mit Ernährungsberatung, Bewegung und medizinischer Begleitung - um nachhaltige, langfristige Effekte zu ermöglichen!

Deine Abnehm-Reise

Die Entscheidung für ein Abnehm-Medikament ist sehr individuell und muss nicht für jede Person die richtige Wahl sein. Hast Du bereits andere Wege zur Gewichtsabnahme ausprobiert und dabei nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, kann ein Abnehm-Medikament eine hilfreiche Unterstützung für Dich sein.

Hinweis: Abnehm-Medikamente (wie Mounjaro) sind jedoch keine “schnelle Abkürzung”. Nachhaltiges Abnehmen braucht Zeit und ist ein längerer Prozess.

Doch Du bist auf Deiner Abnehm-Reise nicht alleine. Mit dem Behandlungsprogramm von Voy erhältst Du persönliche Unterstützung und individuelle Beratung durch medizinische Fachkräfte sowie Aufklärung zu verschiedenen Abnehm-Medikamenten, die Dich bei Deinem Weg zum Wunschgewicht unterstützen können. Das Konzept von Voy basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist darauf ausgelegt, nachhaltige und langfristige Ergebnisse bei Dir zu erzielen.

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FAQ: Abnehmspritzen

Viele Menschen bemerken bereits in den ersten Wochen weniger Hunger und frühere Sättigung. Der sichtbare Gewichtsverlust entwickelt sich meist über mehrere Monate. Ein Woche-für-Woche-Guide für Wegovy und Mounjaro kann Dir bei einer genaueren Einschätzung helfen.

Aktuelle Studien zeigen die stärksten durchschnittlichen Gewichtsverluste bisher bei dem Wirkstoff Tirzepatid, der in Mounjaro enthalten ist. Retatrutid könnte künftig noch bessere Effekte erzielen, befindet sich aber noch in Entwicklung.

Ja. Alle zugelassenen Abnehmspritzen sind verschreibungspflichtig und sollten nur unter ärztlicher Begleitung verwendet werden. Das ist wichtig, um eine sichere und zu Dir passende Behandlung zu gewährleisten! 

Was nach dem Absetzen passiert hängt von Deinem Lebensstil ab: ohne langfristige Änderungen der Ernährung und Bewegung nehmen viele Menschen nach dem Absetzen wieder zu. Deshalb ist eine nachhaltige Begleitung und Lebensstilanpassung besonders wichtig.

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