Gewichtsverlust-Plateau: Stillstand beim Abnehmen
Wenn beim Abnehmen das Gewicht einmal stagniert, kann das frustrierend sein. Diese sogenannten Gewichtsverlust-Plateaus sind jedoch völlig normal. Wir erklären, was dahintersteckt und wie sie sich überwinden lassen.
Forschungsbasierter Ratgeber
Viele nehmen zu Beginn ihrer Abnehm-Reise kontinuierlich Gewicht ab, doch irgendwann stellen sie plötzlich fest, dass sich auf der Waage seit ein paar Wochen nichts mehr tut – dabei haben sich weder die Essgewohnheiten noch Medikamente verändert.
Hier spricht man von einem sogenannten Gewichtsverlust-Plateau: Eine der frustrierendsten, aber auch eine der wichtigsten Phasen beim Abnehmen. Dass das Gewicht nicht jeden Tag fällt, ist völlig normal. Es bedeutet weder, dass man etwas falsch macht, noch dass der Körper aufgegeben hat.
Gute Nachrichten: Es gibt konkrete Schritte, durch die man besser verstehen kann, warum es dazu kommt und wie das Gewicht erneut fallen kann. Hier erfährst Du alles, was Du dazu wissen musst.
Das Wichtigste auf einen Blick
Jede Person, die versucht, abzunehmen, wird früher oder später ein Gewichtsverlust-Plateau erleben.
Das bedeutet, dass sich das Gewicht aktuell nicht weiter verändert, selbst wenn bisher alles richtig gemacht wurde.
Vor allem die täglichen Gewohnheiten sollten dann geprüft werden: Ernährung, Portionsgrößen, Bewegung, Schlaf, Stress und Flüssigkeitszufuhr.
Wenn die Gewohnheiten optimiert sind und nach 4 bis 6 Wochen immer noch keine Fortschritte sichtbar sind, kann eine Anpassung der Abnehm-Medikation sinnvoll sein.
Fragen zu Übergewicht und Adipositas?
Ein ärztliches Gespräch klärt, welche Behandlungswege infrage kommen.
Was ist ein Gewichtsverlust-Plateau?
Ein Gewichtsverlust-Plateau liegt vor, wenn das Gewicht über mehrere Wochen hinweg stagniert, obwohl man sich weiterhin an den individuellen Abnehm-Plan hältt. Wichtig ist: Jede Person, die abnimmt, erreicht früher oder später solch ein Plateau. Es ist also kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft oder ein Medikament nicht wirkt.
In den ersten Wochen der Behandlung mit Abnehm-Medikamenten kann es ganz natürlicherweise zu einer Verlangsamung des Gewichtsverlustes kommen. Zu Beginn ist der Gewichtsverlust oft schneller (u. a. durch Veränderungen im Wasserhaushalt), danach pendelt sich das Abnehm-Tempo meist ein. Von einem Plateau spricht man daher erst, wenn sich das Gewicht über mindestens 3 bis 4 Wochen überhaupt nicht verändert hat.
Warum kommt es zu einem Gewichtsverlust-Plateau?
Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe. Oft spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.
Aufbau von Muskelmasse
Regelmäßiges Krafttraining kann dafür sorgen, dass der Muskelzuwachs den Fettverlust auf der Waage ausgleicht. Das bedeutet also nicht, dass keine Fortschritte mehr gemacht werden, im Gegenteil. Muskelmasse ist allerdings dichter als Fett und das Gewicht kann somit auf der Waage gleich bleiben, während sich die körperliche Gesundheit insgesamt verbessert.
Daher lohnt es sich, Fortschritte auch an anderen Dingen zu messen: Wie sitzt die Kleidung? Wie ist das allgemeine körperliche Befinden und Energielevel? Haben sich die Maße an Taille oder Hüfte verändert?
Fehlendes Kaloriendefizit
Mit sinkendem Körpergewicht benötigt der Körper nun weniger Energiezufuhr. Eine Kalorienmenge, die zu Beginn ein klares Defizit erzeugt hat, kann inzwischen nur noch am Erhaltungsbedarf liegen.
Zum Beispiel: Jemand hat zu Beginn der Behandlung 1.800 Kalorien pro Tag gegessen. Der Erhaltungsbedarf (ohne Behandlung) läge bei ca. 2.200 Kalorien pro Tag – also ein Defizit von 400 Kalorien. Nimmt dieser Mensch ab, braucht der Körper nur noch ca. 1.900 Kalorien pro Tag. Plötzlich ist also das gleiche Essverhalten kaum noch ein Defizit für den Körper.
Veränderungen der Routine
Schon kleine Veränderungen im Alltag können über Wochen einen großen Unterschied machen. Weniger Bewegung, seltenes Training oder Veränderungen im Tagesablauf senken den täglichen Energieverbrauch. Auch wenn die Ernährung gleich bleibt, kann dadurch das Gewichtsverlust-Plateau verschwinden.
Anpassung an den Gewichtsverlust im Körper
Nach längerer Zeit im Kaloriendefizit kann es passieren, dass der Körper anfängt, Energie zu sparen. Um Reserven zu schützen, senkt er den täglichen Energieverbrauch, was weiteres Abnehmen schwierig machen kann.
Ein zusätzlicher Faktor kann Muskelverlust sein. Es ist völlig normal, beim Abnehmen etwas Muskelmasse zu verlieren. Weniger Muskelmasse bedeutet jedoch auch einen geringeren Kalorien-Grundumsatz pro Tag. Krafttraining (mind. 2 Einheiten pro Woche) hilft, dem entgegenzuwirken.
Gewöhnung an die Dosis
Wenn jemand über längere Zeit die gleiche Dosierung des Medikaments angewandt hat, kann es sein, dass sich der Körper daran gewöhnt hat. Die anfängliche Appetit-Hemmung lässt dann eventuell nach.
Gesundheitlicher Faktor
Bestimmte Erkrankungen (z. B. Polyzystisches Ovarialsyndrom, PCOS) können die Gewichtsabnahme erschweren. Vermutest Du, dass eine medizinische Ursache bei Deinem Gewichtsverlust-Plateau eine Rolle spielt, sprich am besten mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt darüber.
Wie lange hält das Gewichtsverlust-Plateau an?
Jede Person ist anders, daher lässt es sich nicht pauschal sagen. Ein Gewichtsverlust-Plateau kann von einigen wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten andauern.
Verschwindet das Gewichtsverlust-Plateau wieder von selbst?
Nein, in der Regel nicht. Das Gewichtsverlust-Plateau verschwindet meist nicht von selbst. Um das Plateau zu durchbrechen, sind weitere Anpassungen der Gewohnheiten (wie Ernährung und Bewegung) erforderlich.
Gewichtsverlust-Plateau überwinden
Vor Änderungen an der Dosierung eines Abnehm-Medikaments sollten zunächst folgende Punkte überprüft werden.
Ernährung und Portionsgrößen
Ein ehrlicher Blick auf die Ernährung und täglichen Portionsgrößen kann hilfreich sein. Werden insgesamt genauso viele Kalorien wie zu Anfang zugeführt? Mit einem Gewichtsverlust benötigt der Körper weniger Energie. Was früher ein Kaloriendefizit war, kann nach einem Gewichtsverlust dem Erhaltungsbedarf entsprechen. Daher nimmt man möglicherweise nicht weiter ab.
Achte außerdem auf ausreichende Proteinzufuhr: Pro Tag sollten ca. 1,2–1,6 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht gegessen werden. Proteine unterstützen bei der Gewichtsabnahme und helfen dem Körper dabei, Muskelmasse zu erhalten.
Aktivität und Bewegung
Das Aktivitätsniveau ist ein weiterer Faktor. Ist die tägliche Schrittzahl weniger geworden? Wird unregelmäßiger trainiert als zuvor? Mehr Bewegung im Alltag (egal welche Art: Treppensteigen oder Tanzen in der Küche) erhöhen den Energieverbrauch und helfen somit beim Abnehmen.
Falls noch kein Krafttraining in die neue Routine integriert wurde, sollten mindestens 2 Einheiten pro Woche eingeplant werden. Der Hintergrund dafür ist, dass mehr Muskelmasse den täglichen Energiebedarf erhöht und somit auch in Ruhephasen mehr Kalorien verbrannt werden.
Schlaf, Stress und Flüssigkeitszufuhr
Ein Blick auf Schlaf, Stresslevel und Flüssigkeitszufuhr kann aufschlussreich sein. Unerholsamer Schlaf und ein hohes Stresslevel können die Gewichtsabnahme beeinträchtigen. Es ist wichtig, über den Tag verteilt immer ausreichend Wasser zu trinken.
Wann eine Anpassung der Medikation in Frage kommt
Wende Dich mit Deinem Anliegen an Deine ärztliche Ansprechperson, wenn
Du die oben genannten Punkte in Deinem Alltag überprüft hast und keine weiteren Anpassungsmöglichkeiten mehr siehst.
Du bereits Änderungen vorgenommen hast (z. B. Krafttraining begonnen, Schritte erhöht, Portionsgrößen reduziert oder Proteinzufuhr gesteigert); das Gewichtsverlust-Plateau jedoch auch nach 4 bis 6 Wochen weiterhin besteht.
Deine betreuende Fachperson kann dann gegebenenfalls die Dosis erhöhen, sofern die zu erwartenden Nebenwirkungen gut kontrollierbar sind. In manchen Fällen wird ein Wechsel des Medikaments empfohlen.
FAQ: Gewichtsverlust-Plateau
Hierfür kann es mehrere Gründe geben: Vielleicht hast Du Wassereinlagerungen im Körper verloren oder die Anpassung Deiner Gewohnheiten zeigt nun Ergebnisse oder Deine Medikamentendosis wurde angepasst. Hormonelle Schwankungen, Stress, Entzündungen im Körper oder Veränderungen des Menstruationszyklus können dazu führen, dass Dein Körper vorübergehend Wasser einlagert. Diese Einlagerungen können wiederum Dein Ergebnis auf der Waage beeinflussen und Dein eigentlicher Gewichtsverlust zeigt sich erst später.
Dazu gibt es bisher nur wenig Forschung. Frauen haben durch hormonelle Zyklen häufiger starke Appetitschwankungen sowie mehr Wassereinlagerungen im Körper oder Blähungen. Das kann es schwieriger machen, bereits erzielte Fortschritte direkt zu erkennen.
Männer haben im Durchschnitt mehr Muskelmasse im Körper und bauen diese schneller auf. Somit erhöht sich der Kalorienverbrauch im Ruhezustand und hilft dabei, Gewichtsverlust-Plateaus leichter zu überwinden. Studien zeigen jedoch: Individuelle Unterschiede sind wichtiger als das biologische Geschlecht. Eine eindeutige Antwort gibt es daher nicht.
Überprüfe zuerst, ob Du wirklich noch im Defizit bist. Mit sinkendem Körpergewicht braucht Dein Körper weniger Kalorien. Was am Anfang ein Defizit war, kann später nur noch das Körpergewicht halten. Wenn es sicher ist, dass Du noch im Kaloriendefizit bist, kann es sein, dass Dein Körper lediglich den Energieverbrauch herunterfährt und sich anpasst. Das macht Deinen weiteren Gewichtsverlust langsamer.
Ja, Gewichtsverlust-Plateaus sind bei Mounjaro völlig normal, in jeder Dosierung. In klinischen Studien traten bei der Anwendung von 5 mg Mounjaro Gewicht-Plateaus nach ca. 60 Wochen auf.
Es ist normal, dass sich Dein Gewichtsverlust nach den ersten Wochen verlangsamt. Die niedrigste (Anfangs-)Dosis dient vor allem dazu, Deinen Körper an das Medikament zu gewöhnen. In dieser Phase ist der Gewichtsverlust oft gering. Wenn Du das Medikament gut verträgst, kann eine spätere Dosis-Erhöhung hierbei helfen. Auch Schlaf, Stress, Bewegung und Ernährung beeinflussen Deinen frühen Verlauf. Wenn Du unsicher hierzu bist, sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.
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