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GLP-1 und Sucht: Weniger Alkohol, weniger Rauchen — Zufall oder Wirkung?

Berichte über weniger Alkohol- und Nikotinverlangen unter GLP-1 Medikamenten häufen sich. Unsere Ärzt:innen erklären Dir, was die Forschung dazu sagt, wie GLP-1 im Gehirn wirkt und warum eine Suchtbehandlung damit noch nicht zugelassen ist. Jetzt bei Voy informieren.

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Medically reviewed by

Dr. Sarah Bechstein

clockAktualisiert am 3. November 2025

Forschungsbasierter Ratgeber

Mounjaro und Alkohol: Das Wichtigste auf einen Blick

Es fängt oft mit solchen beiläufigen Sätzen an: „Seit ich Wegovy nehme, habe ich irgendwie kein Verlangen nach Alkohol mehr.“ Oder: „Ich habe mit Mounjaro aufgehört zu rauchen — ohne es geplant zu haben.“

In Foren, auf Social Media und in Arztpraxen häufen sich solche Berichte. Und die Wissenschaft nimmt sie ernst: Harvard, das US-Suchtforschungsinstitut NIDA und Forschungsgruppen weltweit untersuchen, warum GLP-1-Medikamente offenbar nicht nur den Hunger auf Essen dämpfen — sondern auch das Verlangen nach Alkohol, Nikotin und möglicherweise sogar Glücksspiel.

Die Antwort liegt im Gehirn. Und sie könnte die Suchtmedizin grundlegend verändern.

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Was passiert im Gehirn: Das Belohnungszentrum, einfach erklärt 

GLP-1-Rezeptoren sitzen nicht nur im Darm, sondern auch in Hirnregionen, die für Belohnung und Verlangen zuständig sind. Wenn ein Medikament dort andockt, verändert das, wie stark Du Dinge „willst“.

Das Gehirn hat ein Belohnungssystem, sozusagen einen inneren Verstärker. Wenn Du etwas tust, dass sich gut anfühlt, wie zum Beispiel Alkohol trinken, rauchen, etwas leckeres Essen oder Sex, schüttet dieses Belohnungssystem Dopamin aus. Das signalisiert, dass man etwas nochmal tun möchte. Bei einer Sucht ist dieses System überaktiv: Das Verlangen wird übermächtig, obwohl Du weißt, dass es Dir schadet.

GLP-1-Rezeptoren sitzen genau in diesem Belohnungssystem im Gehirn. Das wusste man lange nicht — man dachte, GLP-1-Rezeptoren gäbe es nur im Darm. Wenn GLP-1-Medikamente im Belohnungssystem andocken, dämpfen sie die Dopamin-Ausschüttung. Das „Will-ich-nochmal”-Signal wird leiser. Es ist nicht ganz weg, aber deutlich abgeschwächt.

Suchtforscher nennen das auch „Drug Noise“ — analog zu „Food Noise“, den ständig kreisenden Gedanken an Essen, die auch ohne körperlichen Hunger auftreten. Genauso wie GLP-1 das ständige Denken ans Essen dämpft, scheint es das ständige Denken an Substanzen zu dämpfen. Das kann dazu führen, dass Du während der Behandlung mit GLP-1 Rauchen reduzierst oder bei der Anwendung von GLP-1 Alkohol weniger verführend wirkt.

Was die Forschung zeigt: Alkohol, Nikotin, und mehr

Die Forschung zeigt, dass eine Behandlung mit GLP-1-Medikamenten mit einem geringeren Konsum von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen einhergeht. 

  • Vor allem bei Alkohol gibt es eine starke Evidenzlage: Studien zeigen, dass Erwachsene mit Alkoholabhängigkeit, die ein Semaglutid, also Wegovy oder Ozempic, einnehmen, ein deutlich geringeres Verlangen nach Alkohol haben und an Trinktagen geringere Mengen trinken. Auch in einer Studie in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature hatten Semaglutid-Nutzer:innen im Vergleich zu Nutzer:innen anderer Abnehmmedikamente ein 50-56% niedrigeres Risiko, eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln oder einen Rückfall zu erleiden. In einer großen Studie mit über 600.000 Menschen waren GLP-1-Medikamente mit 50% weniger substanzbezogenen Todesfällen und 39% weniger Drogenüberdosen verbunden.

  • Nikotin: In Tierstudien geht GLP-1 mit einem reduzierten Nikotinkonsum und weniger Rückfällen einher. Studien bei Menschen haben gemischte Ergebnisse: eine Studie zeigte bei der Anwendung von GLP-1-Medikation weniger Zigaretten pro Tag, eine andere jedoch keinen signifikanten Unterschied bei Abstinenzraten. Aktuell laufende Studien könnten hier mehr Klarheit bringen.

  • Cannabis, Kokain und Opioide: Eine neue Studie zeigt, dass GLP-1-Medikamente mit 14% weniger Cannabisabhängigkeit und 20–26% weniger Kokainkonsum verbunden sind. Die Opioid-Forschung steht noch sehr am Anfang.

  • Glücksspiel und Kaufsucht: Hier gibt es bisher kaum klinische Studien, jedoch auffällige Berichte: Über 20% der Reddit-Nutzer:innen, die GLP-1 Erfahrungen teilen, berichten von weniger Kaufzwang. Das sind nur einzelne Angaben, keine wissenschaftlichen Untersuchungen, aber die Zahlen sind bemerkenswert.

Auch weiterhin laufen klinische Studien weltweit. Die Ergebnisse sind vielversprechend - aber aktuell noch nicht ausreichend für eine Zulassung zur Behandlung von Suchtkrankheiten

Warum das für Deutschland besonders relevant ist 

Für Deutschland könnte die Möglichkeit, Sucht durch GLP-1-Medikamente zu verringern, besonders relevant sein, da Alkohol- und Tabakabhängigkeit weit verbreitet sind und einer Suchttherapie häufig lange Wartezeiten vorausgehen. 

Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Alkohol ist kulturell tief verankert: Ob Feierabendbier, Weinkultur oder Karneval. Und wer weniger trinken möchte, stößt oft auf sozialen Druck. Pro Kopf werden in Deutschland 10 Liter reiner Alkohol pro Jahr konsumiert — mehr als in jedem anderen europäischen Land. Auch ein Tabakwerbeverbot gibt es im Gegensatz zu vielen anderen EU-Ländern in Deutschland nicht. Ca. 28% der deutschen Erwachsenen rauchen.

Aber selbst wer die Sucht erkennt und etwas dagegen tun möchte, muss häufig lange auf eine Suchttherapie warten. 6 bis 12 Monate Wartezeit sind in Deutschland keine Seltenheit.  

Wenn GLP-1-Medikamente — die viele Menschen ohnehin zum Abnehmen nehmen — zusätzlich das Verlangen nach Alkohol oder Nikotin reduzieren, wäre das ein enormer Nebeneffekt für die öffentliche Gesundheit.

Was das NICHT bedeutet — wichtige Einschränkungen 

Wichtig ist jedoch: Die Behörden für Arzneimittelzulassung FDA und EMA haben GLP-1-Medikamente aufgrund fehlender Zulassungsstudien nicht für die Suchtbehandlung zugelassen. Daher sollten Ärzte:innen diese auch nicht gezielt gegen Alkoholabhängigkeit verschreiben.

Die bisherigen Studien zeigen Korrelationen (z.B bei Wegovy weniger Nikotinkonsum), nicht immer Kausalitäten (z.B wegen Wegovy weniger Nikotinkonsum). Ob tatsächlich die biologische Wirkung der GLP-1-Medikation zu dem sinkenden Konsum von Substanzmitteln führt ist noch nicht ausreichend belegt. Vielleicht führt auch der Gewichtsverlust zu mehr Selbstbewusstsein, was wiederum das Trinkverhalten verändert.

Außerdem warnen manche Expert:innen vor einer möglichen Folge: Wenn GLP-1 die Dopaminausschüttung dämpft, könnte das auch zu einer sogenannten Anhedonie führen, also einer generell geringeren Freude an Dingen. Diese Nebenwirkung ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Wenn Du ein Suchtproblem hast, ist GLP-1 kein Ersatz für eine professionelle Suchttherapie. Sprich mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin oder wende Dich an eine Suchtberatungsstelle, damit Du bei der Genesung unterstützt werden kannst. 

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FAQ: GLP-1 und Sucht

Ja, das berichten viele Nutzer:innen. Es ist kein offizieller „Effekt“ des Medikaments, aber die Forschung zeigt zunehmend, dass GLP-1-Rezeptoren im Belohnungszentrum des Gehirns eine Rolle spielen. Wenn Du weniger Verlangen spürst, ist das kein Grund zur Sorge — es ist eher ein positiver Nebeneffekt.

Nein, denn GLP-1-Medikamente sind noch nicht dafür zugelassen und sollten daher nicht zu diesem Zweck verschrieben werden. Wenn Du Hilfe bei Alkoholabhängigkeit brauchst, wende Dich an Deinen Arzt oder Deine Ärztin, eine Suchtberatungsstelle oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos und anonym). Dort kann Dir professionell und angemessen geholfen werden.

Das ist eine berechtigte Frage, die noch nicht vollständig beantwortet werden kann. GLP-1 dämpft die Dopaminausschüttung im Belohnungszentrum des Gehirns — und Dopamin ist auch an alltäglicher Freude beteiligt. Bisher gibt es keine Studiendaten, die eine klinisch relevante Anhedonie (also ein vermindertes Empfinden von Freude) belegen, aber vereinzelte Berichte existieren. Wenn Du Dich anhaltend freudlos fühlst, sprich mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin.

Das lässt sich momentan noch nicht beantworten. Über 15 klinische Studien laufen aktuell weltweit. Eine FDA-Zulassung für Sucht-Indikationen liegt vermutlich noch Jahre entfernt. Eine EMA-Zulassung in Europa würde tendenziell noch länger dauern.

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