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GLP-1: Wie wägt man Nutzen und Nebenwirkungen richtig ab?

Wie schwer wiegen die Nebenwirkungen der Abnehmspritze gegen den Nutzen? Wir ordnen häufige und seltene Risiken ein und zeigen, wann GLP-1 sinnvoll ist.

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Medically reviewed by

Dr. Sarah Bechstein

clockUpdated 29th August 2025

Research-Based Guide

Viele Menschen, die sich mit GLP-1-Medikamenten beschäftigen, stoßen auf die Frage nach den Nebenwirkungen und sind verunsichert, wie diese tatsächlich einzuordnen sind. Das ist sehr nachvollziehbar, denn während manche Berichte die beeindruckenden Ergebnisse beim Abnehmen in den Vordergrund stellen, konzentrieren sich andere fast ausschließlich auf mögliche Nebenwirkungen. Beides greift zu kurz und kann Verwirrung auslösen.

Die Auseinandersetzung mit möglichen Nebenwirkungen ist berechtigt und wichtig. 

Daher folgt in diesem Ratgeber eine ehrliche und ausgewogene Einordnung sowohl des Nutzens als auch der Risiken von GLP-1-Behandlungen. Denn weder Angst noch übertriebene Erwartungen helfen bei einer medizinischen Entscheidung weiter. Bei Informationen über die Abnehmspritze Nutzen und Risiken gleichermaßen zu beleuchten ist wichtig, um eine fundierte und gesunde Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Welchen Nutzen hat GLP-1 belegt?

GLP-1-Medikamente können das Körpergewicht deutlich senken und zusätzliche gesundheitliche Vorteile bieten.

Die Wirksamkeit von GLP-1-Medikamenten gehört zu den am besten untersuchten Bereichen der Adipositasmedizin. Große klinische Studien zeigen, dass viele Menschen unter der Behandlung durchschnittlich etwa 15 bis 20 Prozent ihres Körpergewichts verlieren können. Die tatsächlichen Ergebnisse unterscheiden sich zwar individuell, die Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich gut belegt.

Der Nutzen beschränkt sich dabei nicht nur auf die Zahl auf der Waage. Viele Patient:innen erleben zusätzlich Verbesserungen in folgenden Bereichen:

Außerdem interessant sind neuere Studiendaten, die zeigen, dass bestimmte GLP-1-Medikamente auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse senken können. Für Menschen mit Übergewicht und bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das ein wichtiger zusätzlicher Vorteil sein.

In einigen Studien konnte auch eine Verbesserung von Sucht-Symptomatiken durch eine GLP-1-Behandlung festgestellt werden. Das ist zwar ein positiver Nebeneffekt, Suchterkrankungen benötigen dennoch eine weitreichendere gezielte Behandlung, für die GLP-1 nicht ausreicht!

Der mögliche Nutzen von GLP-1-Behandlungen geht häufig weit über die reine Gewichtsabnahme hinaus. Diese Informationen können Dir

Welche Nebenwirkungen treten häufig auf? 

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung und Durchfall. Sie treten meist zu Beginn auf und lassen oft nach, wenn sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt.

Die Abnehmspritze Nebenwirkungen, die Anwender:innen am häufigsten berichten, treten meist in den ersten Wochen der Behandlung auf und lassen mit der Zeit wieder nach. Der Grund dafür ist einfach: GLP-1 beeinflusst unter anderem die Magenentleerung und das Sättigungsgefühl. Der Körper benötigt etwas Zeit, um sich daran anzupassen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Übelkeit

  • Völlegefühl

  • Verstopfung

  • Durchfall

  • Bauchschmerzen

  • Aufstoßen

  • Appetitverlust

Die gute Nachricht: Bei vielen Menschen werden diese Beschwerden mit der Zeit deutlich schwächer oder verschwinden vollständig. Besonders häufig treten sie während der Dosissteigerung auf.

Vielen Betroffenen hilft es, zu wissen, dass diese Symptome nicht automatisch bedeuten, dass etwas nicht stimmt. Sie sind häufig eine erwartbare Reaktion des Körpers auf die Behandlung, die wieder abklingen kann. Natürlich gilt trotzdem: Wenn Beschwerden stark ausgeprägt sind oder länger anhalten, sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Welche Risiken sind selten, aber ernst? 

Schwere Komplikationen durch eine GLP-1-Behandlung sind selten, sollten aber unbedingt ernst genommen und ärztlich überwacht werden.

Wer nach GLP-1 Risiken sucht, stößt teilweise auf alarmierende Schlagzeilen. Wichtig ist dabei die Einordnung: Die meisten schweren Komplikationen existieren, sind aber selten.

Zu den Risiken, die unbedingt ärztlich überwacht werden sollten, gehören unter anderem:

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Eine Pankreatitis ist selten, kann jedoch ernst verlaufen. Starke und anhaltende Oberbauchschmerzen, insbesondere wenn sie in den Rücken ausstrahlen, sollten immer medizinisch abgeklärt werden.

Gallenblasenprobleme

Durch den Gewichtsverlust selbst kann das Risiko für Gallensteine steigen. Dies ist nicht ausschließlich auf das Medikament zurückzuführen, sondern kann generell bei stärkerer Gewichtsabnahme auftreten.

Augenkomplikationen

Bei Menschen mit Diabetes können Veränderungen des Blutzuckers in seltenen Fällen bestehende Netzhauterkrankungen beeinflussen. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

Starke Magen-Darm-Beschwerden

In seltenen Fällen können Übelkeit oder Erbrechen so stark ausgeprägt sein, dass eine Anpassung oder Unterbrechung der Therapie notwendig wird.

Auf die Frage "Ist die Abnehmspritze gefährlich?“, lautet die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen nicht. Dennoch handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament mit echten Risiken, die ernst genommen werden müssen. Eine ärztliche Begleitung ist daher sehr wichtig — das ermöglicht es, die potentiellen Risiken möglichst gering zu halten.

Wie lassen sich Nebenwirkungen reduzieren?

Eine langsame Dosiserhöhung und einige praktische Maßnahmen können viele Beschwerden deutlich verringern.

Die meisten Nebenwirkungen entstehen nicht, weil das Medikament ungeeignet ist, sondern weil sich der Körper noch an die Wirkung anpasst. Genau deshalb spielt die sogenannte Titration – also die schrittweise Dosiserhöhung – eine wichtige Rolle.

Folgende Maßnahmen können helfen:

  • Langsame Dosissteigerung nach ärztlicher Vorgabe

  • Kleine Mahlzeiten statt großer Portionen

  • Zu Beginn eher fettarme und leicht verdauliche Speisen

  • Langsames Essen und gründliches Kauen

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • Ärztliche Rücksprache bei anhaltenden Beschwerden

Das Einhalten der ärztlichen Dosierungen ist sehr wichtig, um Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden. Solltest Du Deine Dosis verändern wollen oder das Gefühl haben, dass die aktuelle Dosis nicht mehr die passende für Dich ist, sprich unbedingt mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin statt auf eigene Faust die Dosierung zu verändern. Gemeinsam könnt ihr eine passende Veränderung der Dosis finden.

Viele Menschen sind überrascht, wie stark sich Nebenwirkungen durch kleine Anpassungen im Alltag beeinflussen lassen. Deshalb gehört eine gute medizinische Begleitung zu jeder seriösen GLP-1-Behandlung dazu. 

Für wen überwiegt der Nutzen?

Für viele Menschen mit Adipositas oder gewichtsbedingten Begleiterkrankungen überwiegt der Nutzen die Risiken, sofern keine Kontraindikationen vorliegen.

Ob die Behandlung sinnvoll ist und zu Dir passt, hängt immer von der individuellen Situation, wie zum Beispiel deinem aktuellen BMI ab. Allgemein gelten GLP-1-Medikamente häufig als Behandlungsoption bei:

  • BMI ab 30 kg/m²

  • BMI ab 27 kg/m² mit Begleiterkrankungen

Bei diesen Personengruppen können die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht selbst ein erhebliches Risiko darstellen. Dazu zählen beispielsweise Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Genau deshalb sollte die Frage über die Vor- und Nachteile der Abnehmspritze immer im Verhältnis betrachtet werden. Nicht nur das Medikament hat Risiken – auch unbehandeltes Übergewicht kann die Gesundheit langfristig erheblich beeinträchtigen. Außerdem ist eine GLP-1-Behandlung für einige Betroffene eine realistische Alternative zur bariatrischen OP. In diesem Fall kann der Nutzen der GLP-1-Medikation für einige überwiegen, da die potentiellen Nebenwirkungen reversibler sind als bei einer OP.

Die individuelle Entscheidung trifft letztlich Deine behandelnde Ärztin oder Dein behandelnder Arzt nach einer sorgfältigen medizinischen Prüfung.

Wann sollte ich GLP-1 nicht verwenden?

Bei bestimmten Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahmen oder besonderen Lebenssituationen ist eine GLP-1-Behandlung nicht geeignet.

So wirksam GLP-1-Medikamente sein können, sie sind nicht für jede Person die richtige Wahl. Zu den wichtigsten Kontraindikationen und Situationen mit besonderer Vorsicht gehören:

  • medulläres Schilddrüsenkarzinom in der eigenen oder familiären Vorgeschichte

  • frühere Bauchspeicheldrüsenentzündung

  • Schwangerschaft

  • geplanter Kinderwunsch

  • Stillzeit

  • bestimmte schwere Magen-Darm-Erkrankungen

Vor Beginn einer Behandlung sollten deshalb immer Vorerkrankungen, aktuelle Medikamente und persönliche Risikofaktoren ärztlich besprochen werden.

Das ist einer der Gründe, warum GLP-1-Medikamente verschreibungspflichtig sind und nicht ohne ärztliche Prüfung eingesetzt werden sollten. Um eine Behandlung zu beginnen, benötigst Du ein ärztliches Rezept. Dadurch kannst Du schon vor dem Start sicherer sein, dass die GLP-1-Behandlung wirklich für Dich geeignet ist.

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Prüfe, ob eine Behandlung für Dich in Frage kommt

Ob Du für eine Abnehmspritze geeignet bist, hängt von klar definierten medizinischen Kriterien wie BMI und möglichen Begleiterkrankungen ab. Im Rahmen einer ärztlichen Einschätzung wird bei Voy geprüft, ob diese Voraussetzungen erfüllt sind und ob eine Behandlung für Deine individuelle Situation sinnvoll und sicher ist. 

Prüfe, ob Du geeignet bist. 

FAQ

FAQs

Für die meisten geeigneten Anwenderinnen und Anwender gilt sie als sicher. Wie jedes verschreibungspflichtige Medikament hat sie jedoch Nebenwirkungen und seltene Risiken, die ärztlich überwacht werden sollten.

Häufige Beschwerden wie Übelkeit oder Völlegefühl treten meist zu Beginn oder nach einer Dosiserhöhung auf und bessern sich oft innerhalb weniger Wochen.

Bei vielen Menschen mit Adipositas oder gewichtsbedingten Begleiterkrankungen ja. Die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung sollte jedoch immer ärztlich erfolgen.

Kleine Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und eine langsame Dosissteigerung können helfen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden solltest Du ärztlichen Rat einholen.

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